Filmfressen – Videoreviews auf YouTube

Der ein oder andere weiß es ja bestimmt schon länger: Ich habe auch einen YouTube-Kanal namens Filmfressen, auf dem ich mit meinem geschätzten Kollegen und Freund Peter Wichtig Film-Reviews in Video-Form anbiete. Wir freuen uns über jeden Abonnenten und haben mit der neuen Folge, in der wir “Don’t Breathe” von Fede Alvarez besprechen, endlich ordentlichen Ton und sind frisch aus der Sommerpause wieder da.

Gebt der Sache doch mal eine Chance, wenn es hier weniger Reviews gibt, dann habe ich die letzten Filme wahrscheinlich in Video-Form alleine oder mit Peterchen besprochen.

Viel Spaß dabei!

We Are The Flesh (Tenemos La Carne)

wearethefleshMexiko/Frankreich 2015

Regisseur: Emiliano Rocha Minter

Darsteller: Noé Hernández, María Evoli, Diego Gamalie

Story: Einsiedler Mariano besetzt eines der letzten unzerstörten Gebäude in einer völlig kaputten Welt. Lucio und Fauna, beide jünger und weniger ranzig, wollen bei ihm Unterschlupf suchen. Er wird ihnen gewährt, wenn sie sich Marianos Bedingungen fügen. Aus seinen Augen sprüht der nackte Irrsinn. Sie willigen ein.

Kritik: “We Are The Flesh” (der etwas unglücklich aus “Tenemos La Carne” – “Wir Haben Das Fleisch” – übersetzt wurde) mutet zunächst etwas surreal und arthousig an, und es werden Parallen zu Regisseurin wie Quentin Dupieux (“Wrong”, “Reality”) oder Koen Mortier (“Ex-Drummer”, “22. Mai”) immanent. Das ist bestimmt nicht ganz verkehrt, allerdings hat Regisseur Emiliano Rocha Minter hier noch etwas mehr zu bieten: Es geht wirklich um Inhalt, der deutlich über dem in diesem Kontext gern behaupteten Mindfuck steht. Der Film stellt Fragen – und gibt auch ein paar Antworten. Die sind sicher diskutabel, aber darum geht es ja. Dieses Regiedebüt ist keine Unterhaltung Weiterlesen

Netflix-Serie „Stranger Things“ – Overhyped oder Volltreffer?

stranger thingsUSA 2016

Creators: Matt und Ross Duffer

Darsteller: Winona Ryder David Harbour, Finn Wolfhard…

Vorwort: Es ist inzwischen eine neue Generation an Serienjunkies herangewachsen. Für diese ist „Breaking Bad“ das Maß aller Dinge – während sie „The Sopranos“ oder „The Wire“ meist nur vom Hörensagen sagen kennen. Oder – im schlimmeren Fall – sie nicht kennen, oder im schlimmsten Fall diese zu langweilig finden. Dieser Aussage liegt zwar keine offizielle Statistik zugrunde, jedoch eigene Erfahrung. Mittlerweile ist auch in Deutschland ein wahrer Serientrend nicht mehr zu verneinen – unter anderem ist seit mehr als einem Jahr Netflix auch in Deutschland erhältlich, und erfolgreich. Gefühlt im Minutentakt gibt es staffelweise neue Serien zu gucken, und in eben diesem Tempo sind auch Aussagen zu lesen/hören wie: „XY musst Du Dir angucken“, „XY musst Du Dir unbedingt angucken, ist die beste Serie“ etc. Ich komme meiner persönlich erstellten „To-Watch-Liste“ kaum noch hinterher, und die Zeit, eine Serie wirklich mal zu genießen wird immer spärlicher. Es kommt mir ab und an so vor, als hakte ich einige Serien nur noch ab. Hauptsache gesehen, Hauptsache etwas dazu sagen/schreiben können.

Kritik: Mit reichlichen Vorschusslorbeeren startete vor einigen Wochen dann die von Netflix produzierte Serie „Stranger Things“. Freunde, Bekannte, das Internet – alle drehten durch und waren voller Lob. Vergleiche mit Steven Spielberg („E.T.“ und „Close Encounters of the Third Kind“) und Stephen King („Stand By Me“) wurden angestellt und der 1980er Stil (meine Kindheit) sei jederzeit fühlbar. Mit solch hohen Erwartungen kann man doch nur auf die Schnauze fallen. Wie soll diese Serie – gerade bei mir als Berufs-Skeptiker – das alles erfüllen können? Weiterlesen

Star Trek: Beyond

Star_Trek_BeyondUSA 2016

Regie: Justin Lin

Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Simon Pegg, Karl Urban, Idris Elba, Anton Yelchin…

Story: Kaum ist die Enterprise wieder fit und die Crew um Captain Kirk (Chris Pine) auf dem Weg zu einer neuen, interstellaren Mission, werden sie vom feindseligen Krall (Idris Elba) und seinen Schergen angegriffen. Die Enterprise wird vollständig zerstört und die einzelnen Besatzungsmitglieder müssen notgedrungen Zuflucht auf dem fremden Planeten Altamid suchen. Weit voneinander getrennt, müssen sie sich auf unbekanntem Terrain durchschlagen. Der neuerdings ziemlich in sich selbst gekehrte Kirk findet sich mit dem jugendlichen Optimisten Chekov (Anton Yelchin) wieder, während Uhura (Zoe Saldana) und Sulu (John Cho) von Krall gefangen genommen werden. Spock (Zachary Quinto) und „Pille“ McCoy (Karl Urban) sind sich derweil nicht besonders grün und unterdessen freundet sich Scotty (Simon Pegg) mit der Alien-Kriegerin Jaylah (Sofia Boutella) an, die zu einer starken Gefährtin wird.

Kritik: Nachdem J.J. Abrams 2009 mit „Star Trek“ ein Reboot/Remake mit neuer/alternativer Timeline vorgelegt hat, der sowohl vielen Trekkies als auch (bis dato) Nicht-Trekkies gefallen hat, folgte mit „Star Trek: Into Darkness“ 2013 ein Quasi-Remake zu „Der Zorn des Khan“ mit u.a. Benedict Cumberbatch, an dem sich die Geister scheiden. Ich habe mich damals in der ersten Euphorie – und wahrscheinlich auch von den zahlreichen Lens Flare Effekten – blenden lassen und den Film über den grünen Klee als Action-Blockbuster gelobt. Mit der Zeit verliert er zwar den Glanz der ersten Stunde, unterhält aber immer noch. In „Star Trek: Beyond“ ist nun etwas Alltag auf der Enterprise eingekehrt, wie uns Captain James T. Kirk (erneut passend von Chris Pine interpretiert, und irgendwie wird er seinem Vorbild William Shattner dank fantastischer Make-Up-Arbeit immer ähnlicher) anfangs erzählt. Um dieser Schiff-Routine zu entkommen, soll es weit hinausgehen, und fremde Welten und Lebensformen im All erforscht werden. Doch das führt uns – die Zuschauer, die Filmfans – nur in den nächsten All-Tag (pun intended), nämlich die Blockbuster-Routine. Weiterlesen

Stinkefinger gegen den Stinkefinger – ein offener Brief an Joachim “Jogi” Löw

Lieber Herr Joachim Löw, Ihre Taktik ist nicht aufgegangen: Drei Sechser und kein Stürmer gegen Frankreich im Halbfinale der EM 2016. Kann passieren, kein Ding. Aber die Fehler im Modus zu suchen und andere Teams als schlecht darzustellen (obwohl sie im Finale stehen), ist mindestens so unprofessionell und ärgerlich wie einen Götze als Stürmer spielen zu lassen, oder gar nicht erst einen zweiten Stürmer in den Kader der Fußball-Nationalmannschaft zu berufen.

Man mag mir das als pingelig auslegen, aber ich maße mir (auf dieser meiner Seite) mal an, genau verstanden zu haben, was sie mit Ihrer kleinen Bemerkung im Anschluss an die 0:2 Niederlage gegen Frankreich im Halbfinale der EM 2016 im Gespräch mit dem ZDF gemeint haben. Zur Erinnerung, Löw sagte: „24 Mannschaften sind zu viel, die WM wird auch aufgestockt auf 40 Mannschaften – es wird immer mehr und immer mehr. Am Ende hat es Portugal ins Finale geschafft mit, glaub’ ich, fünf Unentschieden (fünf Remis nach 90 Minuten und 2:0 im Halbfinale gegen Wales, Anm. d. Red.). Und die stehen jetzt im Finale. Hm. Okay.“ (Quelle: focus.de, 08.07.2016) Weiterlesen

The Nice Guys

April 21, 2016 - The Nice Guys - Poster and cover for the official soundtrack  that will be released by Lakeshore Recors on May 20, 2016USA 2016

Regie: Shane Black

Darsteller: Ryan Gosling, Russell Crowe, Margaret Qualley…

Story: Los Angeles 1977: Der abgehalfterte Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und der raubeinige Jackson Healy (Russell Crowe) sind sich nicht gerade grün, denn Healy wurde schon einmal damit beauftragt, March zu verprügeln. Doch dann müssen sich die beiden für einen lukrativen Auftrag zusammentun, da die Oberste Richterin (Kim Basinger) zuverlässige Männer braucht, die es mit dem Gesetz nicht so genau nehmen. Zusammen sollen sie ihre Tochter Amelia (Margaret Qualley) finden, die in Schwierigkeiten geraten und verschwunden ist. Mit Marchs pubertierender Tochter Holly (Angourie Rice) im Schlepptau begeben sich die beiden auf eine Schnitzeljagd quer durch Los Angeles, bei der sich der wenig kompliziert erscheinenden Fall als eine Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung herausstellt…

Kritik: Mit „The Nice Guys“ lässt Drehbuchautor und Regisseur Shane Black den von Kritikern und Publikum meist ungeliebten „Iron Man 3“ hinter sich und konzentriert sich auf die Stärken seines Regiedebüts „Kiss Kiss Bang Bang“. „Zum Glück“, denkt sich der geneigte Cineast, denn Black ist eine launige, schwarzhumorige und kleine, dreckige Buddy-Action-Komödie gelungen. Im Los Angeles im Jahre 1977 – eine Zeit, in der Weiterlesen

Kino-Review: X-MEN: APOCALYPSE

x-menUSA 2016

Regie: Bryan Singer

Darsteller: Jamey McAvoy, Michael Fassbender, Oscar Isaac, Jennifer Lawrence, Sophie Turner, Nicholas Hoult, Evan Peters, Olivia Munn, Hugh Jackman…

Story: Inzwischen werden Mutanten werden in der Gesellschaft weitestgehend akzeptiert. Allerdings schickt sich der “Ur-Mutant” an, Menschen wie Mutanten zu unterjochen: der einst als Gott verehrte Apocalypse (Oscar Isaac), der älteste und mächtigste Mutant der Welt. Er ist unsterblich und unbesiegbar, da er die Kräfte vieler unterschiedlicher Mutanten vereint – und er ist bei seinem Erwachen nach Tausenden von Jahren gar nicht glücklich darüber, wie sich die Welt entwickelt hat. Zur Verwirklichung seines Plans einer neuen Weltordnung bringt Apocalypse vier mächtige Mutanten unter seine Kontrolle: Magneto (Michael Fassbender), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Angel (Ben Hardy). Es ist an Raven (Jennifer Lawrence) und Prof. X (James McAvoy), ein Team junger Mutanten anzuführen, das sich Apocalypse entgegenstellt…

Video-Kritik: Es hat wenig mit Faulheit zu tun, aber ich habe ein ausführliches Review für Deadline geschrieben und ein Video-Review für Filmfressen gemacht – ein Online-Filmmagazin, dass ich mit meinem Kollegen Peter Wichtig am Laufen habe. Hier ist meine Einschätzung in Bild und Ton: Weiterlesen

ZOOMBIES

zoombiesUSA 2016

Regie: Glenn Miller

Darsteller: Kim Nielsen, Ione Butler, Andrew Asper, LaLa Nestor…

Prolog (Trash-Talk): Trash-Filme sind inzwischen hip, mindestens so sehr wie Bärte, enge Jeans und sich mit dem Macbook in den nächstgelegenen Starbucks zu setzen, um dort Selfie-Orgien zu feiern. (Notiz am Rande: selbst die Rechtschreibprüfung des von mir benutzten Programms erkennt das Wort „Selfie“…). Was früher den Nerds und Geeks vorbehalten war, und wofür sie von vielen Seiten verbale schelte bezogen haben, ist mittlerweile absolut im Mainstream angekommen. Dazu zählen Comics, Zombies und eben auch sogenannte Trash-Filme. Hat man sich früher noch mit ein paar Kumpels und Bier vor dem heimischen TV versammelt um die 70er- und 80er-„Perlen“ der lokalen Videothek zu konsumieren, so liefern heute Firmen billig und günstig produzierte Filme (großenteils auch für das TV) am laufenden Band, die sie zudem auch noch ordentlich (als Trash) bewerben. The Asylum hat sich mit Mockbustern und billigen Creature Features ja bereits mit etlichen Produktionen etwa für den SyFy Channel einen Namen gemacht. Was einigen Filmen heutzutage abgeht: manche nehmen sich zu ernst, andere zielen schon im Vorfeld auf ein „Abgekulte“ ab (Sharknado) und verfehlen somit oft ihr eigentliches Ziel: so schlecht zu sein, dass es wieder gut/lustig ist (Beispiel: The Room).

Kritik: Wer auf eine fesselnde Story, Figurenentwicklung, ordentliches Schauspiel sowie beeindruckende Spezialeffekte aus ist, ist bei The Asylum sowieso an der falschen Adresse. Doch die Meister des TV-Mockbuster-Creature-Feature-Trash haben sich in den vergangenen Jahren zu einem unterhaltsamen Lieferanten im Genrebereich gemausert. Nach dem Erfolg der „Sharknado“-Reihe lassen sie bei „Zoombies“ jetzt die Affen aus dem Zoo. Zwar ist auch dieser Beitrag nach allgemeinen Standards kein sauguter Film, er Weiterlesen

He Never Died

heneverdiedUSA, Kanada 2014

Regie: Jason Krawczyk

Darsteller: Henry Rollins, Booboo Stewart, Kate Greenhouse, Jordan Todosey, Steven Ogg…

Kritik: Wer ist Jack? Der scheinbar manisch-depressive und völlig empathielose Eisberg (hier passend verkörpert von Henry Rollins) fristet sein Leben zuhause zwischen Bett und Kühlschrank. Ab und an bekommt er Besuch von ein paar finstere Gestalten, die das Treffen bald darauf bereuen. Denn Jack kann viel einstecken, aber noch mehr austeilen. Und er weiß, dass die meisten Menschen Geld lieben. Aber da verbirgt sich mehr hinter dem grauhaarigen Kerl, der seine Siffbude nur verlässt, um von einem Krankenhausmitarbeiter Päckchen zu kaufen und in seinem Stamm-Diner Tee zu trinken und mit der Kellnerin zu plaudern. Jacks antisoziales, ja fast Weiterlesen

The Walking Dead – Season 6 Finale

Disclaimer: Ich bespreche hier das Finale der sechsten Staffel von „The Walking Dead“. Demnach wimmelt es hier von Spoilern – auch was die Comic-Vorlage betrifft. You have been warned!

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Vorweg: Die sechste Staffel der beliebten Zombie-Serie (ich hätte in meinen Jugendjahren nie damit gerechnet, dass es einmal so etwas geben würde) ist sehr gut. Die Inszenierung ist flüssiger als in den vorangegangenen Staffeln, die Figuren entwickeln sich nachvollziehbar und die Bottleneck-Episode um Morgan ist wohl das Beste, was es bei „The Walking Dead“ bisher zu sehen gab. Und dann kam das Finale, das mit Spannung erwartete, von allen Beteiligten und Fans herbeigesehnte Finale, in dem mindestens eine wichtige Figur aus dem Hauptcast dran glauben soll/sollte/musste. Und wie von den Machern erwartet und prognostiziert, ist das Internet explodiert – allerdings nicht vor Freude. Dass es kontrovers werden würde, war nicht nur den Comic-Kennern klar, halten die Mitwirkenden den Hype doch schon seit Monaten hoch. Doch diese Reaktion kann AMC und Co. nicht gefallen. Völlig zurecht fällt das Finale bzw. die letzte Szene beim Publikum unten durch.

Bis zum Schluss ist die Finale Folge – wie auch das Gros der Staffel – sehr gut inszeniert, spannend und packend: Das Katz und Maus Spiel zwischen Ricks Gruppe und den Saviors gibt es in der Comic-Vorlage nicht und bietet somit auch Kennern ein neues Erlebnis. Die Einführung von Negan als neuem Antagonisten ist ebenfalls gelungen und inszenatorisch vorlagentreu – bis auf seine Sprache, denn im Comic flucht er in jeden Satz mindestens zwei Mal (fuck, shit, cunt…). Und Jeffrey Dean Morgan geht sowieso immer. Aber leider hat er hier (wie ich es aufgrund der derzeitigen Trends erwartet hatte) einen (Dreitage)Bart und ist leider nicht rasiert wie im Comic. Kleinigkeit, aber das hätte ihn noch fieser erscheinen lassen, finde ich. Ok, geschenkt, nicht schlimm. Also, Staffel und Finale bis dahin top. Und dann kommt dieser unnötige Cliffhanger, mit dem sie sich wieder eine Chance verbauen. Wir sehen nicht, wem Negan hier den Schädel zu Brei kloppt, sondern erleben diese exzessive Gewalttat aus der Ego-Perspektive des Opfers. Ok, Bonuspunkte für Kreativität, und treffend inszeniert ist es ebenfalls. ABER: Warum zeigen die Verantwortlichen es dem Publikum nicht? Oder zumindest das Ergebnis? Weiterlesen