FFF-Mini-Review: HEAVY TRIP

heavy tripFinnland 2018

Regie: Jukka Vidgren, Juuso Laatio

Darsteller: Johannes Holopainen, Minka Kuustonen, Max Ovask…

Story: Der junge Turo vegitiert in einem kleinen finnischen Dorf vor sich hin, wo es das Beste in seinem Leben ist, der Leadsänger der Amateur-Metal-Band “Impaled Rektum” zu sein. Das einzige Problem? Er und seine Bandkollegen üben seit 12 Jahren, ohne einen einzigen Gig zu spielen. Die Jungs bekommen einen Überraschungsbesucher aus Norwegen – den Promoter für ein riesiges Heavy-Metal-Musikfestival – und sind sich sicher, dass jetzt ihre Zeit gekommen ist. Sie stehlen einen Van, eine Leiche und sogar einen neuen Schlagzeuger, um ihre Träume zu verwirklichen.

Kritik: Ich glaube, ich habe soeben den Gewinner des “Fresh Blood”-Awards des diesjährigen Fantasy Filmfests gesehen. Das letzte Mal, dass ich auf dem Festival einen so vollen Saal erlebt habe, in dem kollektiv so gelacht und gefeiert wurde, war bei WHAT WE DO IN THE SHADOWS. Nun finde ich es nicht gerade einfach, eine Komödie zu besprechen, da die Möglichkeiten begrenzt sind, zu beschreiben wie (un)lustig ein Film ist. Ich versuche es dennoch… Weiterlesen

FFF-Mini-Review: UNDER THE SILVER LAKE

underthesilverlakeUSA 2018

Regie: David Robert Mitchell

Darsteller: Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Callie Hernandez, Don McManus

Story: Der 33-jährige Sam (Andrew Garfield) entdeckt einen Nachts eine mysteriöse junge Frau namens Sarah (Riley Keough) im Swimmingpool der Apartmentanlage, in der er wohnt, und kommt mit ihr ins Gespräch. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht ist Sarah jedoch plötzlich verschwunden. Sam ist am Boden zerstört, glaubt jedoch, dass Sarah ihm eine Reihe von Spuren und Hinweisen hinterlassen hat. So beginnt eine skurrile Odyssee durch Los Angeles…

Kritik: Mit IT FOLLOWS (2014) hat David Robert Mitchell einen Film geliefert, dessen Reputation zwar weitaus besser ist, als ich den Film einschätze, aber dennoch einen sehr guten Beitrag im Horror-Genre darstellt. Seine zweite Regiearbeit bestreitet einen völlig neuen Weg, und ich kann nur sagen: Wow, was für ein Film!  Weiterlesen

FFF-Mini-Review: MANDY

MandyUSA, Belgien 2018

Regie: Panos Cosmatos

Darsteller: Nicolas Cage, Andrea Riseborough, Ned Dennehy

Story: Der Pazifische Nordwesten im Jahr 1983: Red Miller (Nicolas Cage) und seine Frau Mandy (Andrea Riseborough) leben abgeschieden in harmonischer, trauter Zweisamkeit im Wald. Ihr Leben wird aber von einem auf den anderen Tag zerstört, kurz nachdem der Kult-Anführer Jeremiah Sand (Linus Roache) auf Mandy aufmerksam geworden ist. Er beauftragt seine Anhänger Marlene (Olwen Fouéré) und Swan (Ned Dennehy), die ihm vollkommen ergeben sind, die Mandy in seine Sekte zu zwingen. Als sie sich jedoch widersetzt und Jeremiah damit vollkommen lächerlich macht, wird Mandy vor den Augen ihres liebenden Mannes, der sich gefesselt seinem Schicksal fügen muss, ermordet. Tief erschüttert hat Red daraufhin nichts anderes mehr im Sinn, als den Tod seiner Frau zu rächen. Er schmiedet eine Hellebarde, schnappt sich eine Armbrust – und los geht’s…

Kritik: Der diesjährige Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2018 MANDY (nein, es ist keine Doku über eine Asi-Braut) kam mit reichlich Vorschusslorbeeren daher: Euphorische Reaktionen in Cannes und angeblich spielt Nicolas Cage die Rolle seines Lebens. So einfach ist es dann doch nicht, denn MANDY ist ein zweischneidiges Schwert und daher schwer zu besprechen bzw. zu werten. Vorweg, der Film ist nicht das neue “geschnitten Brot” und Nicolas Cage spielt… nun ja, meist eben Nicolas Cage Weiterlesen

THE PREDATOR: UPGRADE

predator-upgradeUSA 2018

Regie: Shane Black

Darsteller: Boyd Holbrook, Sterling K. Brown, Keegan-Michael Key, Olivia Munn, Yvonne Strahovski

Story: Sniper Quinn McKenna (Boyd Holbrook) und sein Team haben ein sehr unappetitliches Zusammentreffen mit einem Predator, einem technisch hochgerüsteten Alien, das auf der Jagd ist. Dem Soldaten gelingt es, den Predator festzusetzen und ein paar von dessen Ausrüstungsgegenständen an Sohnemann Rory (Jacob Tremblay) zu senden – danach muss er in eine Einrichtung für Veteranen, die psychisch auffällig sind. Das ist immerhin besser als die andere Variante, wie die Behörden mit Zeugen der außerirdischen Bedrohung umgehen (töten), aber natürlich trotzdem nicht das, was sich Quinn als Dank für seine Arbeit vorgestellt hat. Während er in der Gruppentherapie andere Kameraden kennenlernt, darunter den auf schmutzige Witze spezialisierten Coyle (Keegan-Michael Key) und Baxley (Thomas Jane), der am Tourette-Syndrom leidet, gelingt dem inhaftierten Predator die Flucht aus der Militärbasis…

Kritik: Seit einiger Zeit frage ich mich bereits, wie denn wohl ein PREDATOR-Film von Shane Black (KISS KISS BANG BANG, IRON MAN 3, THE NICE GUYS) aussehen wird. Und die simple Antwort ist, dass er genau so ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Das bedeutet aber nicht, dass der neue PREDATOR-Film so ist, wie ich ihn mir erhofft habe – und da werden mir wahrscheinlich einige zustimmen. Black beschreitet einen anderen Weg als andere Filme des Franchises, vergisst dabei aber auch die Hommage an das Original nicht. Weiterlesen

Kino-Kritik: THE MEG

themeg-posterUSA 2018

Regie: Jon Turtletaub

Darsteller: Jason Statham, Bingbing Li, Rainn Wilson, Cliff Curtis, Ruby Rose, Winston Chao, Page Kennedy….

Story: Nachdem ein Tiefsee-U-Boot von einem ausgestorben geglaubten Riesenhai angegriffen wurde, sinkt das Fahrzeug in den tiefsten Graben des Pazifiks und liegt dort manövrierunfähig am Meeresgrund. Der Crew an Bord läuft allmählich die Zeit davon und daher engagiert der Meeresforscher Dr. Minway Zhang (Winston Chao) den erfahrenen Taucher Jonas Taylor (Jason Statham). Taylor ist zwar Experte für Bergungen in der Tiefsee, allerdings ist er vor Jahren schon einmal mit dem urzeitlichen Riesenhai, einem mehr als 20 Meter langen Megalodon, aneinandergeraten. Doch gemeinsam mit Dr. Zhangs Tochter Suyin (Bingbing Li) muss er nun seine Ängste überwinden und schwere Geschütze auffahren, um den eingeschlossenen Menschen zur Hilfe eilen zu können – und die Weltmeere von der Schreckensherrschaft des Urzeitmonsters zu befreien…

Kritik: Vorab: Ich bin riesiger Hai-Fan. Und wenn diese Tiere auf meine Leidenschaft Film treffen, bin ich sofort an Bord – ja, auch bei vielen der Schwachsinnsbeiträge wie “Sharknado”, “Mega Shark vs. Giant Octopus” etc. Filme wie “Deep Blue Sea” oder “The Shallows” kann man getrost als seichte Unterhaltung sehen, aber wirklich gute Filme sind rar gesät. Bisher kam nichts an “Jaws” (Der Weiße Hai) von 1975 ran. Steven Spielbergs Durchbruch ist insgesamt ein guter Film und wird zurecht als Klassiker bezeichnet.

Und jetzt kommt “The Meg” und schafft das Kunststück, der beste Hai-Film seit “Jaws” Weiterlesen

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Der Manu – Kurzinfo

Der Kölner Singer-Songwriter “Der Manu” bringt mit seinen unpeinlichen deutschen Texten sein Publikum zum Lachen, und auch manchmal zum Weinen. Seine Lieder bewegen sind irgendwo zwischen Humor, Zynismus und Melancholie angesiedelt und seine Worte sind manchmal hart, manchmal provokant, aber immer authentisch. Wer sich traut, wird mit unkitschigem Akustik-Pop mit rockigen Einflüssen belohnt – plus Ansagen und Anekdoten, die seine Punk-Rock-Attitüde nur schwer leugnen können.

Die Zeugen Jehovas vs die Mafia

Wie bei vielen anderen Bürgern auch, haben die Zeugen Jehovas schon mehrfach an meiner Tür geklingelt und wollten mit mir über Gott reden. Da ich nicht jedes Mal die Zeit – und vor allem die Muße – dazu habe, zu erklären, dass und warum ich Atheist bin (“Gott sei Dank” wähle ich gerne als witzigen und auflockernden Zusatz), habe ich mir ein überschaubares, aber effektives Repertoire an “Abwimmel-Sprüchen” aufgebaut. Nun bin ich aber nicht immer geistesgegenwärtig und muss ab und an auf mein (begrenztes) Improvisationstalent zurückgreifen.

Als ich etwa 15 war, sah das noch so aus: An einem Samstagmittag klingelten die dreisten Hirnwäscher mich aus dem Bett. Völlig verkatert und mit zerzauster Mähne (damals hatte ich langes Haar, wie es sich eben für einen Metaller gehörte) öffnete ich völlig verdattert die Tür. “Wir möchten mit Ihnen über Gott sprechen”, brachte eine Dame ihr Mantra überraschend frisch herüber. Ich bemerkte unsere Katze, die gelangweilt zwischen meinen Füßen umherstreifte, und reagierte – als hätte der Allmächtige es mir in den Mund gelegt – mit: “Tut mir Leid, ich muss erst die Katze opfern.” Es gab zwei Mal einen lauten Knall: ein Mal als die Kinnladen der Zeugen heruntersauste und als ich die Tür mit finsterer Mine vor ihren Augen ins Schloss schmiss. Meinen kleinen Auftritt untermauerte passenderweise ein “Marduk”-Shirt, auf dem sich eine Nonne genüsslich ein Kruzifix zwischen die Schenkel schiebt.

In den vergangenen Jahren habe ich Mormonen, Zeugen, Scientologen etc. immer wieder mit einem höflichen – aber nie freundlichen – “nein, danke” abgespeist und schnell die Türe geschlossen. Das war ähnlich wirksam wie gegen GEZ-Mitarbeiter. Vor Kurzem gab es eine erneute Begegnung mit den Zeugen, auf die ich aber nicht vorbereitet war. Nichtsahnend ging ich im Home Office meiner Arbeit nach, bis die Weiterlesen

Nur Gott Kann Mich Richten

gottDeutschland 2018

Regie: Özgür Yildirim

Darsteller: Moritz Bleibtreu, Kida Ramadan, Edin Hasanovic…

Story: Ricky (Moritz Bleibtreu) hat vor fünf Jahren nach einem misslungenen Überfall seinen Kopf hingehalten für seinen Halbbruder Rafael (Edin Hasanovic) sowie für seinen guten Freund Latif (Kida Khodr Ramadan). Frisch aus dem Gefängnis soll Ricky für seine lange Leidenszeit hinter Gittern entschädigt werden: Latif bietet ihm einen letzten und vermeintlich todsicheren Coup an, der allen Beteiligten viel Geld einbringen soll. Ricky zögert zunächst, willigt dann jedoch ein und holt sogar Rafael wieder mit ins Boot. Bei ihrem letzten Ding scheint zunächst alles gut zu laufen, doch dann taucht die Polizistin Diana (Birgit Minichmayr) auf und durchkreuzt den Ausstiegsplan der Jungs. Es entbrennt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel, das alle in den Abgrund reißen könnte…

Kritik: Jenseits der funkelnden Wolkenkratzer der Frankfurter Skyline zeichnet Regisseur und Drehbuchautor Özgür Yildirim ein extrem düsteres, kompromisslos-brutales und nahezu hoffnungsloses Drama in der Main-Metropole. Hier ist ein Menschenleben wenig bis nichts wert, Drogen und das Wort der Straße umso mehr – und bleihaltige Argumente. Yildirim pickt sich die Rosinen aus den vergangenen 40 Jahren Gangster-Film heraus und Weiterlesen