FFF-Film-Kritik: Black Out

Niederlande 2012

Regie: Arne Toonen

Darsteller: Raymond Thiry, Kim van Kooten, Bas Keijzer, Renee Fokker, Edmond Classen…

Story: Jos Vreewijk (Raymond Thiry) hat mit der Vergangenheit abgeschlossen, sein ehemaliges Verbrecherdasein an den Nagel gehängt, um ein normales Leben zu führen. Schon Morgen sollen für ihn die Hochzeitsglocken leuten und alles scheint letztendlich doch noch gut zu werden. Er ist glücklich, einziges Problem: 24 Stunden vor der Hochzeit zusammen mit einer Leiche , einer Waffe und einem Blackout aufzuwachen, ist mehr als hinderlich. Als ob es nicht schlimmer kommen könnte, wirft ihm die Polizei nun auch noch vor Zwanzig Kilogramm Kokain gestohlen zu haben. Jos muss reine machen und dafür hat er 24 Stunden Zeit, schließlich will er um keinen Preis der Welt, dass seine eigene Hochzeit abgeblasen wird. Nicht nachdem er alles dafür getan hat ein rechtschaffender Mann zu werden.

Kritik: Was für ein Auftakt zum Fantasy Film Fest in Köln dieses Jahr. Ich habe von Black Out im Vorfeld nur die Beschreibung im Programmheft gelesen und dachte mir „klingt interessant, kannste mal versuchen.“ Da ich mit dieser Einstellung auch schon öfter mal wertvolle Lebenszeit verschenkt hatte, lagen meine Erwartungen bei null. Laut Programmheft ist ja jeder Film gut. Aber hier passt es wenigstens mal, wenn es im Vorfeld heißt: „Guy Ritchie, Tarantino und die Coen-Brüder lassen grüßen“.

Black Out legt von Anfang an ein hohes Tempo vor und führt eine Figur nach der anderen ein, die sich gegenseitig an Beklopptheit toppen. Zwar verliert der Film das Tempo zwischendurch etwas, wird aber nie langweilig. Die Dialoge sind witzig und die Handlung wird kontinuierlich vorangebracht. Die reale und teils rohe Gewalt steht im krassen Gegensatz zu dem Humor und sorgt somit auch dafür, das Black Out nicht ins Lächerliche abgleiten oder eine Parodie seiner selbst wird. Die Figuren sind so sympathisch, dass man mit ihnen mitfiebert und –leidet.

Was man bemängeln kann: Der Film bietet (besonders den Fans des Genres) nicht wirklich etwas Neues. Ähnliche Handlung und Figuren gab es bereits bei „Bube, Dame, König, Gras“, „Pusher“, „Circus“ und auch „In China Esse sie Hunde“. Dennoch ist mir das erheblich lieber als klägliche Versuche krampfhaft etwas Neues zu machen. Black Out unterhält von Anfang bis Ende und sorgt auf sympathischste Art sowohl für “wooohs” als auch für Lacher.

Ein super Einstieg für mich in das FFF 2012. Es folgen noch „The Tall Man“, „God Bless America“, „13 Eerie“ und „Excision“.

Manu meint: Flott inszenierter Gangster-Action-Comedy-Thriller, der Fans von Tarantino und Ritchie mit der Zunge schnalzen lässt, auch wenn sie nichts weltbewegendes Neues zu sehen bekommen. Locker aus der Hüfte kommen 8,5/10 Punkte.

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