Quickies 2: Star Trek Into Darkness, Iron Man 3, Der Geschmack von Rost und Knochen, Die Jagd, The Man With The Iron Fists

Regie: J.J. Abrams

Darsteller: Chris Pine, Karl Urban, Benedict Cumberbatch…

Vorweg: ich bin kein Trekkie, habe einige der alten Filme mit der Kirk-Crew gesehen und kenne ein paar Episoden Enterprise und Next Generation. Meine erwartungen waren dennoch hoch, weil mir der erste neue Star Trek als Film gut gefallen hat. Trekkie-Kritiken kann ich demnach nicht einordnen. “Höher schneller weiter” versprachen die Trailer. Hat es Abrams geschafft, seinen tollen ersten neuen Star Trek zu toppen? Ja, er hat. Und wie. Wahnsinn was hier abgerissen wird. Into Darkness ist das, was ich erwartet hatte und mehr. Leider ist es nahezu unmöglich etwas über die Geschichte zu erzählen ohne zu spoilern, daher versuche ich so allgemein wie möglich zu bleiben. Ein rasanter Sci-Fi-Action-Film, der das Tempo von der ersten bis zur letzten Minute hält und diverse Plot-Twists und Anspielungen und Inside-Gags bereit hält. Keine Sekunde der relativ langen Laufzeit langweilig, perfekt gecastet (Benedict Cumberbatch!), ein starkes Drehbuch. Einzig die Motivation einzelner Figuren wirkt an manchen Stellen (besonders durch die vielen Twists) ein wenig ungewöhnlich. Das hat kleinere Plotholes zur Folge, zudem werden manche Konflikte zu einfach gelöst. Doch das ist Meckern auf ganz hohem Niveau: Das neue Star Trek Universum ist Hommage und Fortführung zugleich, verrät seine Wurzeln nicht, feiert hingegen seinen Ursprung, um ihn auf ein neues Level zu heben. Die Chemie zwischen den Figuren wirkt noch mal stimmiger als in dem gelungenen Vorgänger und ich wurde einfach komplett ausgezeichnet unterhalten. Das 3D ist besser als bei den meisten Filmen und wird hier tatsächlich vernünftig genutzt.

Bisher der Blockbuster des Jahres: 9,5/10

 

Regie: Shane Black

Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle…

Iron Man III bietet alles was ich erwartet habe – aber auch nicht mehr. Flott inszeniert, gefüllt mit (mal mehr mal weniger lustigen) Onelinern und jeder Menge Action (ob in, mit oder ohne Anzügen). Guy Pearce und Ben Kingsley sind großartig als Antagonisten besetzt, Downey Jr. Ist einfach immer noch mit jeder Faser Tony Stark/Iron Man, dem hier sogar teilweise ein kleiner Buddy an die Seite gestellt wird. Insgesamt bietet der dritte Teil mehr Action, mehr “Drama”, mehr Witz und wirkt doch insgesamt runder als sein direkter Vorgänger. Das Finale geht richtig ab und kann – ebenso wie der Angriff auf Starks Haus – als einer der Höhepunkte des Franchises bezeichnet werden. Negativ: Die Motovation von Kilian fällt insgesamt zu mau aus, für den Aufriss, den er da veranstaltet. Zudem hat man in den vergangenen Jahren die Story des erneut gebrochenen Helden, der sich wieder hochzieht zu genüge gesehen. Das 3D ist wie bei Avengeres völlig überflüssig und keinen Euro extra wert.

Nichts Neues, aber dafür sehr gut gemacht. Besser als der zweite Teil, nicht so gut wie der erste: 8/10.

 

Regie: Jacques Audiard

Darsteller: Marion Cotillard, Matthias Schoenaerts…

Ein Drama, dem aus jeder Pore „französischer Film“ tropft – und das ist nicht negativ gemeint. Unter der nicht so dünnen Haut verbirgt sich nämlich ordentlich Substanz. Wo Hollywood eine kitschige Rom-Com gestrickt hätte, serviert Audiard ein ziemlich authentisch wirkendes Beziehungsgeflecht, das so unangenehm wie schön ist. Getragen wird das Ganze von grandiosen Darstellungen von Marion Cotillard und Matthias Schoenaerts. Die Geschichte packt einem am Herz, nur um kurz darauf eine Ohrfeige auszuteilen, damit man daraufhin wieder getröstet werden darf. Trotz des positiven Endes nicht zu kitschig und mit den Straßenkampfszenen (!) zudem außergewöhnlich abwechslungsreich. 8/10.

 

Regie: Thomas Vinterberg

Darsteller: Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen…

Vinterberg liefert mit „Die Jagd“ nicht weniger als großes (Anti-Blockbuster)-Kino. Was passiert, wenn ein Kindergärtner unschuldig der sexuellen Belästigung verdächtigt wird? Dazu in einer Kleinstadt in der jeder jeden kennt und der Vater des angeblich betroffenen Mädchens auch noch der beste Freund ist? Auch wenn man freigesprochen wird? Und die Ex-Frau den Kontakt zum geliebten Sohn einschränkt? Was passiert, wenn Eltern ihrem Kind nicht zuhören, wenn es seinen Fehler gesteht? Auf all diese Fragen gibt es hier (mögliche) Antworten. Das Thema, die skandinavisch ruhige Erzählweise sowie die Figuren sorgen dabei für Spannung und eine erdrückende Atmosphäre. Gut und Böse verwischen stellenweise, da die Motivation und teilweise auch die Handlungen der Einzelnen nachzuvollziehen sind. Mikkelsen brilliert wie gewohnt in seiner Rolle, trägt den Film aber zum Glück nicht komplett alleine. Auch die Nebendarsteller könnten authentischer nicht sein, sodass man mitfiebern muss. Das Ende ist so logisch wie realitätsnah und gibt eine entscheidende Antwort.

Große Bilder, intensive Emotionen, ein Thema das betrifft – großer Film. 9,5/10

 

Regie: Robert Diggs (RZA)

Darsteller: Robert Diggs, Russel Crowe, Lucy Liu…

Das Positive vorweg: Es gibt einige schön inszenierte Kämpfe zu sehen. Regisseur Robert Diggs aka RZA hat den Fokus auf die Fight-Szenen gelegt und liegt damit richtiger als ich das von ihm erwartet habe. Allerdings macht er gleichzeitig den größten Fehler damit, sich selbst als Hauptdarsteller zu besetzen. Er ist einfach kein Schauspieler. Besonders fällt das im direkten Vergleich zu Russel Crowe (grandios witzig) und Lucy Liu auf, die beide sehr interessante Figuren verkörpern. Bleibt nahezu überflüssig zu erwähnen, das der Rest wie Handlung, Figurentiefe und Motivation nicht viel mehr als Humbug und eine Aneinanderreihung von Klischees sind. Erfreulicherweise trübt das das Gesamterlebnis nicht so erheblich, sodass die vielen und ausführlichen Kämpfe durchaus für eine gewisse Kurzweile sorgen. Das Ende deutet auf eine Fortsetzung hin (das ist kein Spoiler!), hoffentlich hat RZA etwas gelernt, es ist noch Luft nach oben.

Schlechter als er sein könnte, besser und unterhaltsamer als erwartet. 6,5/10


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