Kino-Review: The Wolverine

USA 2013

Regie: James Mangold

Darsteller: Hugh Jackman, Will Yun Lee, Rila Fukushima, Svetlana Khodchenkova, Hiroyuki Sanada

Story: Wolverine hat sich zurückgezogen, da er die Schnauze voll hat von der Unsterblichkeit und den Kriegen, die nie seine sind. Eines Tages sucht ihn die junge Yukio auf und lädt ihn nach Tokio ein, wo sich der sterbende Industrielle Yashida, dem Wolverine vor Jahren das Leben gerettet hat, von ihm verabschieden will. Zudem bietet Yashida dem Mutanten an, ihm die Selbstheilungskräfte zu nehmen, damit er in Ruhe sterben kann. Logan ist wenig begeistert, entscheidet sich aber, erstmal in Japan zu bleiben, um  Yashidas Enkelin Mariko zu beschützen, die von den Yakuza verfolgt wird. Sehr schnell wird Wolverine klar, dass es mehrere Gruppen gibt, die um die Macht im Yashida-Konzern kämpfen – und über Marikos Leiche gehen wollen…

Kritik: Ein neuer Versuch, eine meiner Lieblings-Marvel-Figuren (Wolverine, Punisher und Deadpool) vernünftig auf die Leinwand zu bringen. Die Erwartungen waren nach “X-Men Origins: Wolverine” nicht sehr hoch, auch wenn ich ihn nicht ganz so grottig finde, wie er immer und überall gemacht wird. Dann noch die Enttäuschung, dass Darren Aronofsky zwischendurch abgesprungen ist und das (fast schon) obligatorische PG 13 Rating. Dann hieß es, man wolle sich an Mark Millers Liebes/Samurai-Geschichte aus den 80ern versuchen und der Vorlage treu sein. Ob sich Mangold und Jackman daran nicht mal verheben? Doch: “The Wolverine” macht vieles richtg, weil er sich hauptsächlich auf die Figuren und deren Konstellation konzentriert. Die unterscheidet sich zwar sehr von Millers Comic, funktioniert aber auch so. Das Drehbuch hechtet nicht einfach von einer Actionszene zur nächsten, sondern erzählt tatsächlich eine Geschichte. Und die ist auch noch sehr solide inszeniert. Das macht “The Wolverine” nicht zu einem reinen Actionfilm, sondern zu einer Mischung aus Thriller, Lovestory, Action und Drama. Das gefällt. Die Kämpfe sind gut, aber nicht zu spektakulär inszeniert. Den Kampf auf dem Zug fand ich etwas affig. Entweder besser machen oder ganz weglassen, das war überflüssig.

Zum Glück wird auch nicht nochmal die Vorgeschichte erzählt und alles erklärt. Wer im Vorfeld die Liebesgeschichte mit Jean Grey nicht kannte und wusste, woher das Adamantiumskelett kommt, guckt in die Röhre. Das machen aber auch die Zuschauer, die eine innovative Geschichte erwartet haben. Wiedermal wird der Held hier demontiert – Wolverine verliert temporär seine Heilungsfähigeit – bevor er später zum Hauptquartier des Oberbösen marschiert, um da alles kurz und klein zu hauen. Gähn! Alles schon in unzähligen Superhelden- und Action-Filmen gesehen. Das Schlimmste ist bei “The Wolverine” aber das krampfhafte Festhalten am Rating: Ein Wolverine Film ist (genau wie Punisher) prädestiniert dafür, ein FSK 16-Film zu sein oder sogar ein Kandidat für “keine Jugendfreigabe”. Gut, Jackman spielt Wolverine richtig schön angepisst und kompromisslos – im Original auch in der Stimme zu hören. Doch das spiegelt sich in den Kämpfen kaum wieder. Die Adamantium-Klauen durchschneiden problemlos Zugtüren, aber bei einem harten Hieb gegen einen Menschen gibt es nicht mal ein paar Spritzer geschweige denn Tropfen CGI-Blut? Furchtbar. Der einzige Film, der in der Hinsicht in den vergangenen Jahren Eier bewiesen hatte, war PUNISHER: WARZONE.

Ihr wisst, ich bin kein Fan von 3D, aber das hier war absolute Verarsche. Ich kann mich an keine Szene erinnern, in der die Technik vernünftig zum Einsatz kam. Geldverschwendung, Abzocke, Ärgernis. Beim Abspann sitzen zu bleiben lohnt sich, es gibt eine unfassbar gute End-Credits-Szene…

Manu meint: “The Wolverine” ist definitiv besser als “Origins”, solide inszeniert und verliert den Fokus beim Erzählen der Geschichte nicht. Doch Unoriginalität und die Feigheit, Wolverine nicht in letzter Konsequenz adäquat – auch in der Brutalität – umzusetzen, stößt ganz übel auf. Zudem ist die Figurenkonstellation in der Vorgabe besser. Bleiben noch 6/10 Punkte aus meiner Sicht.

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