Fantasy Filmfest 2013 Quickies (Teil 3): Odd Thomas, Wrong, Pawn Shop Chronicles, Tulpa, uwantme2killhim?, New World

ODD THOMAS

USA 2013

Regie: Stephen Sommers

Darsteller: Anton Yelchin, Ashley Sommers, Willem Dafoe…

Manu meint: Hat mich leider nicht so mitgerissen, obwohl er überdurchschnittlich produziert ist und die Schauspieler die liebevoll geschriebenen Figuren sehr gut rüberbringen. Viel Fantasy und Übersinnliches, mir aber letztlich zu harmlos und besonders gegen Ende etwas zu kitschig. Auch das “who-dunnit?”-Ratespiel hat mich nicht abgeholt. “Odd Thomas” bietet Unterhaltung mit allen notwendigen Zutaten (Action, Spannung, Drama), ist mir aber zu mainstreamig, besonders für das Fantasy Filmfest. 6/10

WRONG

Frankreich / USA 2012

Regie: Quentin Dupieux

Darsteller: Jack Plotnick, Todd Giebenhain, Eric Judor, William Fichtner…

Manu meint: Da ist es endlich, das zweite (englischsprachige) Meisterwerk von Quentin Dupieux, dessen “Rubber” ich leider viel zu niedrig bewertet hatte. “Wrong” legt nochmal eine Schüppe an Skurrilität drauf und bietet noch mehr Interpretationsebenen als der Erstling. Es ist schwierig die Handlung auf einen Punkt zu bringen, Dupieux (aka Mr. Oizo) schafft erneut eine perfekte Symbiose aus Mindfuck und Sozialkritik. Es ist einfach herrlich, dem Protagonisten Dolph (Jack Plonick) zuzusehen, wie er von einer in die nächste skurrile Situation stolpert. Dabei führen die Figuren abgefahrene Dialoge, die meist als Gesellschaftskritik gesehen werden können. Jeder Charakter ist genial gezeichnet, dargestellt und hat zudem heftig einen an der Klatsche. Als Drama aufgezogen, in dem Dolph seinen Hund sucht, bleibt kein Auge trocken, wenn der Wecker 7:60 Uhr anzeigt, der Gärtner erklären muss, wieso aus einer Palme plötzlich eine Tanne geworden ist, es im Büro regnet oder ein wild fremder einem das Auto bemalt, weil “er mal so frei war”. Ein kleiner, künstlerischer und völlig abgefahrener aber unterhaltsamer Film, der Fans von Blockustern verschrecken wird, mich aber begeistert zurücklässt. Ich will mehr von Dupieux! 9,5/10

PAWN SHOP CHRONICLES

USA 2013

Regie: Wayne Kramer

Darsteller: Paul Walker, Norman Reedus, Elijah Wood, Brandon Fraser, Matt Dillon,

Manu meint: Die drei Episoden, die in einem Südstaaten-Kaff spielen und den lokalen Pawn Shop als Knotenpunkt haben, wissen durchaus zu unterhalten und werden von bekannten Darstellern getragen. Vor allem die mittlere Geschichte, in der Matt Dillon auf die Suche nach seiner verschollenen Frau geht und sie bei einem Überpsycho (genial verkörpert von Elijah Wood – scheint sein neues Steckenpferd zu sein), der Frauen “sammelt” fündig wird. Der ersten Episode fehlt der gewisse Drive und die letzte funktioniert hauptsächlich auf der Meta-Ebene, bietet also Platz für Interpretationen und sorgt für ein absurdes wie skurriles Finale. Die Figuren haben allesamt einen Schuss weg, es dominieren dumme wie lustige Sprüche, es wird geflucht, gehasst, geliebt und blutig getötet. Tarantino lässt grüßen, wobei sich zum Glück nicht zu sehr an dem großen Vorvild entlang gehangelt wird. Unterhaltsam aber stellenweise trotz guter Inszenierung zu schleichend. 7,5/10

TULPA

Italien 2012

Regie: Frederico Zampaglione

Darsteller: Nuot Arquint, Laurence Belgrave, Michela Cescon…

Manu meint: Endlich mal wieder ein moderner Giallo, der es schafft ziemlich gut die Atmosphäre der Vorbilder aus den 1970er Jahren einzufangen und auf die Leinwand zu bringen. Alle typischen Giallo-Trademarks sind vertreten: schwarze Lederhandschuhe, blutige, kreative und dabei höchst ästhetische Morde, das Ratespiel “Wer hat’s getan?!” und dazu eine etwas merkwürdige Auflösung. Leider nimmt sowohl Spannung als auch Tempo schrittweise im Laufe der Spielzeit ab und die Darsteller können wirklich nur in den italienischen Szenen überzeugen. Atmosphäre und die Tötungsszenen können aber vollends überzeugen. Für Nostalgiker, Neues gibt es hier nicht wirklich zu sehen. 7,5/10

uwantme2killhim?

UK 2013

Regie: Andrew Douglas

Darsteller: Jamie Blackley, Toby Regbo, Joanne Froggatt

Manu meint: Die (wahre) Geschichte um einen Jugendlichen, der Online zu einem Mord angestiftet wird, überzeugt nur stellenweise. Beruhte die Geschichte nicht auf einem wahren Ereignis, man würde das Drehbuch zerreißen, da der Protagonist scheinbar gar nichts hinterfragt. Ok, im Jahr 2003 war über Internetkriminalität nicht so viel bekannt wie heute, dennoch darf man sein Gehirn ab einem gewissen Punkt schon mal einschalten. Bis zu dem Punkt mit den Verschwörungstheorien ist es ein gelungenes Thriller-Drama, das langsam aber nachvollziehbar erzählt wird. Danach wird es dann abstrus und unglaubwürdig. Sehr nervig und auch affig wirkt es, dass die Figuren nahezu alles, was sie in die Tastatur hauen auch noch verbal gegen den Monitor schmettern. Gute Ansätze wurden hier zu leichtfertig vergeben, sodass ein fader Nachgeschmack bleibt. Bleiben am ende 6/10

NEW WORLD

Südkorea 2013

Regie: Hoon-jung Park

Darsteller: Il-hwa Choi, Min-sik Choi, Jeong-min Hwang

Manu meint: Der südkoreanische Regisseur Hoon-jung Park (auch für das Drehbuch des großartigen “I Saw The Devil” verantwortlich) muss/sollte sich nicht hinter Japanern wie Johnnie To verstecken. Das zeigt er mit diesem packenden Mafia-Thriller eindrucksvoll. Spannung, Action, Drehbuch und Inszenierung bewegen sich durchweg auf brillantem Niveau. Auch wenn der Film vielleicht insgesamt etwas zu lang geraten ist, reißt er einen kraftvoll unterstützt von ganz starken schauspielerischen Leistungen mit. Es gibt einige Wendungen, aber das Ende ist dennoch schlüssig, um nicht zu sagen vorhersehbar bzw. die logische Konsequenz. Das stört jedoch überhaupt nicht, absolutes Pflichtprogramm für Fans von (Mafia)-Thrillern. 9/10

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