Fantasy Filmfest 2014 – 9: Man On High Heels

Südkorea 2014

Regie: Jin Jang

Darsteller: Seung-won Cha,  Jeong-Se Oh, Esom, Kil-Kang Ahn

Inhalt und Trailer

Kritik: Yoon ist ein knallharter Cop, der sich mit seinen bloßen Fäusten und Füßen sowie Stichwaffen durch Südkoreas Mob-Welt kämpft, und ein Geheimnis in sich trägt: Er fühlt sich als Frau und hat sich dazu entschlossen, eine zu werden. Mit Operation, Klamotten und allen Konsequenzen die dazu gehören. Was sich zuerst nach einer trashigen Ami-Produktion mit Martin Lawrence in der Hauptrolle anhört, ist ein durchaus gelungener Bastard aus Drama, Action und Gangster-Thriller. Fällt ihm/ihr der Kampf gegen die Mafia noch sichtlich leicht (einen Fight gegen 11 besteht Yoon nahezu ohne Kratzer!), so ist es der Wandel hin zu einer Frau, der die größten Probleme bereitet. Das liegt neben den körperlichen Voraussetzungen vor allem auch an der Wahrnehmung durch die Umwelt und an den Sprüchen der Kollegen und Nachbarn. Die sind wohl nicht immer diskriminierend gemeint, besonders weil sie Yoons Geheimnis ja nicht kennen, aber sie treffen dennoch immer wieder einen wunden Punkt. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und so nimmt der innere Kampf den Großteil der Geschichte in “Man On High Heels” ein, driftet manchmal ins (zum Glück nicht zu) Kitschige ab und überzeugt gerade wegen der brillanten Darstellung des ehemaligen Models und südkoreanischen Action-Stars Seung-won Cha auf ganzer Linie. Das sind Filme, die wichtig sind, und von denen es mehr geben sollte – besonders in diesem Stil. Denn die Opferrollen sind nicht immer klar verteilt, Schuldzuweisungen treffen nicht nur eine Seite. Es wird ein wichtiges Thema bearbeitet und gleichzeitig ein spannender Action-Thriller erzählt, der in seinen Kampfszenen nicht zimperlich ist. Die Szene mit den Regenschirmen gehört wohl so mit zu den stylischsten Kampfchoreographien überhaupt – und das ohne viel Schnick-Schnack und vor allem ohne Einsatz von CGI.

Was ich “Man In High Heels” vorwerfe, ist letztlich seine Inkonsequenz. Das Ende nimmt für mich keine eindeutige Position ein, obwohl gerade das noch wichtig gewesen wäre. Das ist in einer Machogesellschaft wohl nicht so leicht, so etwas überhaupt zu produzieren. Doch hätte man da noch etwas mutiger sein können. Auch hätten die verschiedenen Elemente (Drama, Action) besser miteinander verknüpft werden können. Kamera, Farben, Stil und Choreographie sind über alles erhaben, ein starkes Stück Kino.

Manu meint: In schönen und intensiven Bildern erzähltes Transgender-Drama, das genug harte (Rache)-Thriller-Action mitbringt, um gleichzeitig spannend zu unterhalten. Bitte mehr davon, auch gerne noch konsequenter und gänzlich ohne Kitsch. 7,5/10

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