Fantasy Filmfest 2014 – 11: The Babadook

Australien 2014

Regie: Jennifer Kent

Darsteller: Essie Davis, Noah Wiseman, Daniel Henshall, Hayley McElhinney, Barbara West, Ben Winspear

Inhalt und Trailer

Kritik: Regisseurin Jennifer Kent nimmt sich zunächst einmal Zeit, die Beziehung zwischen Mutter Amelie und ihrem Sohn zu skizzieren, die von beiden Parteien unfassbar überzeugend dargestellt wird. Auf dieser Basis des Stresses der alleinerziehenden, verwitweten Mutter baut langsam der Wahnsinn – getriggert durch das “Kinder”-Buch The Babadook – auf, der ihr Leben sukzessive einnimmt. Was dann mit Amelie passiert und sich auch auf ihre Umwelt auswirkt, ist vorhersehbar, aber in der Folge konsequent und logisch. Der Horror und die Angst – hier verkörpert durch den extrem gruseligen Babadook, dessen Stimme sich schmerzend langsam durch Mark und Bein des Kinogängers frisst – ist eine Metapher für die Versagens- und Verlustängste der jungen, alleinerziehenden Amelie. Sie und ihr Sohn haben den Verlust des Kindesvaters noch nicht verkraftet und verharren seit Jahren in einem Zustand der Stagnation, die auch Tante, Lehrer und Jugendamt mitbekommen.

Ich hätte mir zwar etwas mehr Hintergründe zum Babadook gewünscht: Wo kommt er her? Was ist seine Motivation? Aber das ist Kritik auf ganz hohem Niveau, denn dem Film “The Babadook” fehlt eigentlich nichts. Zudem ist diese Figur ja lediglich die projizierte Angst, weil Amelie nicht anderweitig mit ihrem Leben mehr klar kommt. Das sind keine Spoiler, das wird filmtechnisch eindeutig so geschildert.

Hochspannend ist die spirale Talfahrt von Amelie, unterlegt mit Bilden und von Kameraeinstellungen begleitet, die ebenso einnehmend sind wie die Performance von Essie Davis, der man hier jede Stufe des Wahnsinns abkauft. Hut ab! Selten haben mich der jederzeit präsente Druck und die scheinbare Hilflosigkeit einer Figur so in den Sessel gedrückt, selten hat der pure Angst-Horror bei mir so flächendeckend und intensiv für Gänsehaut gesorgt.

Manu meint: Erschreckend intensiver Ganzkörper-Gänsehaut-Thriller mit psychologischem Tiefgang. “The Badook” spielt geschickt mit Urängsten und setzt mit tollen Schauspielern gekonnt ein Psychogramm um. 9,5/10

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