Super-(E)Bowl(a)

Achtung: Der folgende Text entstammt meiner latenten Misanthropie und Montagslaune, also nicht zu ernst nehmen und vielleicht auch mal über sich selbst lachen ;-)

Ähnlich wie die Ebola-Epidemie breitet sich jährlich auch das Virus „American Football“ aus. Temporär. Wie die Ebola-Berichterstattung eben. Denn danach ist dann auch erstmal wieder gut. Es geht mir dabei offensichtlich um den Super Bowl, der sich – laut Onlinemedien wie auch meiner Facebook-Timeline – offensichtlich besonders in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit erfreut.

Auch wenn „American Football“ m.E. der Bezeichnung Rasenschach am nächsten kommt, ist per se nichts gegen ein großes Sportereignis einzuwenden. Kumpels eingeladen, Bier aufgemacht und TV eingeschaltet. Läuft.

Auffällig ist dabei nicht nur, dass die meisten – in meiner Facebook Timeline, aber auch „Spiegel online“ und Co. – den Rest des Jahres einen gepflegten Fick auf diese Sportart geben (und wahrscheinlich auch nicht viel Ahnung haben, eine Unterstellung/Vermutung meinerseits), sondern dass es sich oftmals auch um die Menschen handelt, die fordern, dass die sogenannten Event-Fans (etwa bei Fußball-WM oder –EM) standrechtlich erschossen gehören. Diese „Fans“ feuern aber wenigstens ein Land an, in dem sie geboren wurden, oder in dem sie leben, oder zu dem sie zumindest irgendeinen Bezug haben – die gekauften Katar-Fans bei der Handball-WM vor kurzem mal ausgenommen.

Nun ist eine gewisse Doppelmoral und in unserer Gesellschaft – ob on- oder offline – weder neu noch verwunderlich. Nervig ist sie aber allemal. Denn ob die Seahawks oder die Patriots oder sogar die Dallas Cowboys diese Werbeveranstaltung für sich entscheiden, kann Jutta Schmitz aus Castrop-Rauxel doch eigentlich völlig egal sein, wenn sie die restlichen 364 Tage des Jahres die Bayern München Flagge schwenkt und Uli Hoeneß aus dem Knast wünscht, weil er ja „so ein guter Mensch“ ist. Würg!

Manu meint: Ich würde mich über mehr Diversität in Medien, Sozialen Netzwerken und im Freundeskreis freuen und nicht immer nur unzählige, x-beliebige Posts zu den neusten, hipsten Trends lesen/hören. Allerdings bin ich auch selbst schuld: wo man sich mit wem umgibt, entscheidet man ja selbst. D’oh!

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