LOVE (3D)

LOVE-Noe

Frankreich, Belgien 2015

Regisseur: Gaspar Noé

Darsteller: Karl Glusman, Aomi Muyok, Klara Kristin…

Story: Die Beziehung von Murphy (Karl Glusman) und Electra (Aomi Muyock) ist wild und dominiert von Drogenexzessen und leidenschaftlichem Sex. Sie durchleben regelmäßig starke Gefühlsschwankungen, von überglücklich bis wahnsinnig vor Eifersucht. Liebe und Hass liegen sind im steten Wechsel. Eines Tages holen sie sich ihre hübsche Nachbarin Omi (Klara Kristin) ins gemeinsame Bett und vergnügen sich zu dritt. Doch der Dreier bleibt nicht ohne Folgen: Murphy findet Gefallen an der neuen Sexpartnerin und trifft sich auch in Electras Abwesenheit mit ihr. Die Belastung auf die ohnehin schon komplexe Beziehung von Murphy und Electra verstärkt sich, als Omi von ihm schwanger wird. Electra hält das nicht mehr aus und verlässt ihren Freund. Und Murphy trauert fortan um seine große Liebe…

Ich schreibe es vorweg: Ich war und bin kein Fan von Gaspar Noé. Zwar halte ich „Menschenfeind“ für äußerst gelungen und attestiere „Irreversible“ und „Enter The Void“ eine gute Grundidee und auch ein bis zwei tolle Szenen, halte den Argentinier jedoch für ziemlich überschätzt. Ich verstehe einige Argumente seiner Fans, doch hat Noé es selten geschafft, mich zu packen, mich abzuholen. Manch anderer kann indes vielleicht nicht meine Begeisterung für Quentin Dupieux teilen – und das ist auch völlig ok. Ich habe das Gefühl, Noé will mir mit einem Vorschlaghammer einbläuen, dass das ganz große Kunst ist, die er da auf die Leinwand kotzt.

Kritik: Vor einiger Zeit bereits habe ich mir dann seinen neuesten Streich „Love“ in der Pressevorstellung in 3D angetan, um Noé noch eine weitere Chance zu geben. Und auch die hat er in seiner überschwänglichen und ungerechtfertigten Arroganz einfach verballert. Die Geschichte des verliebten Pärchens Murphy und Elektra erzählt der vermeintliche Skandal-Regisseur und Drehbuchautor nicht chronologisch und stellt das Liebesleben der beiden sowie ihren Drogenkonsum in den Vordergrund. Dabei knallt (pun intended!) es zwischen den beiden gehörig, denn sie schwanken stets zwischen Liebe, Hass und ausartender Eifersucht. Ja, das alles gehört zum Überbegriff „Liebe“ und rechtfertigt schon mal den Filmtitel. Doch irgendwie packt mich hier gar nichts und die 134 Minuten ziehen sich scheinbar endlos in die Länge. Bis auf die Botschaften „Liebe bestimmt unser Leben“ und „Sex mit dem/der Liebsten ist am schönsten“ hat „Love“ nichts zu bieten – außer billigen Provokationsversuchen. Doch das Gezeigte schockiert heutzutage niemanden mehr. Auch nicht in 3D. Was (mich mal wieder) wirklich schockiert, ist Gaspar Noé überschätztes und mittlerweile völlig vergeudetes Talent.

Ok, das Budget war gering – leider merkt man das dem Film in jeder Sekunde an. Das Wichtigste bei so einer „Geschichte“ ist die Chemie zwischen den Darstellern. Ihr ahnt es: Fehlanzeige. Zu keinem Zeitpunkt habe ich den beiden ein Liebespaar abgekauft, zu keiner Zeit habe ich mit auch nur einem der beiden so etwas wie Mitgefühl empfunden. Niemand hat mich emotional abgeholt! Es scheint, als seien sie lediglich gecastet worden, weil sie sich komplett vor der Kamera enthüllen. Vielleicht ist die Bezahlung in der Mainstream-Filmbranche etwas besser, denn sonst hätten sie auch locker einen Porno- oder Erotikstreifen drehen können. Die Dialoge? Mindestens genauso nulpig und dilettantisch wie die „Schauspieler“, äh Darsteller. Nun sind die Aussagen „Liebe (Beziehung) ist schwierig und erfordert harte Arbeit“ oder „Sex ist mit demjenigen, den man liebt, am schönsten“ meines Erachtens völlig richtig. Allerdings wählt Noé dafür nicht den richtigen filmischen Weg. Er verzettelt sich mit banalem Liebesgetue, Phrasendrescherei und uninspiriertem „Filme“-Machen, ohne dem Zuschauer auch nur etwas Mehrwert zu bieten. Selbst die (Hardcore)Sex-Szenen sind in den meisten Porno-Produktionen besser in Szene gesetzt und bis auf zwei ejakulierende Penisse (uiuiui!) zeigt „Love“ nichts sonderlich Anstößiges. Soll ein auf das Publikum spritzendes Glied tatsächlich der (3D)-Höhepunkt (pun intended!) sein? Nein, ganz ehrlich: Noé kann mit diesem Film weder schockieren noch sonstige intensive Gefühle aus mir herausholen. „Love“ ist langweilig, prätentiös und fühlt sich trotz der „Lindenstraßen-Optik“ nicht real an.

Manu meint: Knapp zweieinhalb Stunden Ego-Geschwurbel und Möchtegern-Provokation eines der meist überschätztesten Regisseure unserer Zeit. Nein, danke. 1/10 Einen Punkt gibt es für die in diesem Film ganz ansehnliche Aomi Muyock.

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