Star Wars – The Force Awakens

sw-force awakensUSA 2015

Regie: J.J. Abrams

Darsteller: Daisey Ridley, John Boyega, Adam Driver, Harrison Ford, Oscar Isaac, Carrie Fischer…

Story: Über 30 Jahre nach den Ereignissen aus „The Return of the Jedi“ wurde das Imperium durch die „Erste Ordnung“ abgelöst, eine ebenfalls diktatorische Organisation, die Krieg gegen den Widerstand führt. Indes verbringt Rey (Daisy Ridley) auf dem Wüstenplaneten Jakku ihre Tage damit, die karge Landschaft nach Schrott abzusuchen, den sie danach verkauft. Sie ist allein und wartet auf ihre Familie – bis sie die Bekanntschaft von Finn (John Boyega) macht, einem ehemaligen Sturmtruppler, den die Greueltaten der First Order abgeschreckt haben. Während seiner Fahnenflucht hat er gleich noch dem Widerstand geholfen, durch die Befreiung des gefangenen Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac). Finn, Poe und mit ihnen auch Rey geraten ins Visier des sinisteren Kylo Ren (Adam Driver), der dem machtvollen Strippenzieher Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) dient und die Mission vollenden will, die Darth Vader einst begann. Das Helden-Trio gerät mitten in den Kampf zwischen “First Order” und Widerstand, Seite an Seite mit den legendären Rebellenhelden Han Solo (Harrison Ford) und Generalin Leia (Carrie Fisher)…

Spoilerfreie Kritik: Es ist nicht nur der meist erwartete Film 2015, sondern wohl einer der meist erwarteten Filme aller Zeiten. Besonders nach den von zahlreichen Fans gescholtenen Episode I-III konnte es nun nur „hit or miss“ geben. Dass J.J. Abrams die Regie übernahm stieß bei einigen Fans im Vorfeld bereits auf Wohlwollen, schließlich konnte er schon das eingeschlafene „Star Trek“-Franchise erfolgreich rebooten. Nach den ersten Trailern gab es dann erst recht „eine neue Hoffnung“ (pun intended). Somit ist „Star Wars – The Force Awakens“ ein Film, der nur an sich selbst bzw. an den Erwartungen der Fans scheitern kann. Hat es Abrams geschafft…???

Für viele liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, ich selbst hatte aber endlich wieder echte Star Wars Gefühle und möchte hauptsächlich auf die positiven Seiten verweisen. Was haben wir nicht alle gemeckert, dass die Prequels seelenlos und zu weit weg vom Ur-Star Wars sind – einer meiner besten Freunde und ich leugnen teilweise bis heute deren Existenz. Doch Abrams haucht der neuen Trilogie mit diesem Beginn vielleicht kein komplett neues, aber auf jeden Fall Leben ein. Und das ist schon sehr viel wert. Er mischt als bekennender Fan gekonnt die bewährten Zutaten und ergänzt sie um neue. Er geht jedoch nicht zu sehr auf Nummer sicher und trifft Entscheidungen, die für manch einen bestimmt hart zu verkraften sind, aber Filmgeschichte schreiben bzw. schon sind.

Die Bilder sind imposant und genau der Grund, warum man ins Kino geht. Abrams beweist sein Gespür für Pacing und auch für Storytelling und füllt selbst die action-armen Szenen mit Wow-Momenten und Dialogen, die nicht nur die Story voranbringen, sondern auch wichtig und entscheidend für das Star Wars Universum sind. Die Balance zwischen den Figuren gelingt ihm, einzig Captain Phasma (Gwendoline Christie) kommt in diesem Teil arg kurz. Gleichzeitig ist die Inszenierung übersichtlicher und unterhaltsamer Action- und Verfolgungs-Szenen ein Augen- und Ohrenschmaus, die stets den Star Wars Geist atmen. Das ist der „Real Deal“, Freunde. Nicht nur Geeks werden an mehreren Stellen Gänsehaut bekommen. Die “New Order” steht dem Imperium in nichts nach und ist sogar noch stärker an die Vertreter des dritten Reichs angelehnt. Passend dazu serviert uns Abrams eine Szene, die dem Ansturm auf die Normandie Tribut zollt – Gänsehaut auf mehreren Ebenen. Kylo Ren (Adam Driver) ist so herrlich böse und wahrscheinlich noch kompromissloser als es Anakin aka Darth Vader war – the hate is strong in this one! Die Idee einen abtrünnigen Stormtrooper als einen der Helden zu etablieren ist genial und funktioniert. Viele Fragen beantworten uns die Verantwortlichen in diesem Teil, lassen aber genau so viele offen und genug Spannung für mindestens zwei weitere Teile übrig.

Critics shot first: Es hat sich ausgezahlt, in den Trailern wenig bis gar nichts von der Handlung zu verraten, allerdings entpuppen sich einige Gänsehaut-Momente als Szenen, die in dem Sinne nicht zur Handlung gehören, sondern in einer Vision zu sehen sind. Das ist schade, aber die Szenen sind dennoch unangetastet enthalten – im Gegensatz zu Alien vs. Predator II. Der Vorwurf, dass Abrams sich zu nah an den Originalteilen – vor allem „A New Hope“ – orientiert, ist berechtigt. In der Tat sind die Reminiszenzen überdeutlich: Starkiller Base ist prinzipiell der Todesstern 3.0 (mit ähnlich fragwürdigen Schwachstellen), nur halt auf Planetengröße. Es gibt eine Cantina-Szene und die Jagd nach dem Droiden, der wertvolle Information bereithält haben wir doch auch schon mal gesehen… Doch ich lasse das nur partiell gelten, letztlich ist es die Geschichte Gut gegen Böse, und die wird nun mal immer etwas Ähnlichkeiten mit bereits Gesehenem haben – zur Erinnerung: George Lucas hat sich für Star Wars wesentlich von sehr stark von Akira Kurosawas „Die Sieben Samurai“ inspirieren lassen! Einige Ungereimtheiten (wie stark ist die Macht nun in den neuen Figuren wirklich? Und woher?) und ein paar Holprigkeiten werden hoffentlich in den weiteren Teilen aufgeklärt bzw. gerade gerückt.

Diese Kritik findet allerdings auf hohem Niveau statt. Schließlich ist es das erste Mal seit 1983 („Return oft he Jedi“), dass echtes Star Wars-Feeling auf der Leinwand aufkommt. Und da gehören nun mal auch die (teils bekannten) Figuren, die dunkle Seite, der Humor und vor allem die Musik zu. Und ehrlich: selbst „Jedi“ hat sich an „A New Hope“ orientiert (2. Todesstern etc.) – das ist keine Entschuldigung, ich wollte es nur nicht unter den Tisch fallen lassen. Am Schluss habe ich den Saal äußerst zufrieden verlassen und wollte noch mehr sehen, war und bin immer noch nicht satt von Star Wars – und das zählt. Als Basis für eine neue Star Wars-Trilogie ist das ganz großes Kino. Für die kommenden Teile ist allerdings ein Bestehen auf (nahezu ganz) eigenen Füßen nicht nur wünschenswert, sondern Pflicht.

Manu meint: “The Force Awakens” fühlt sich mehr nach Star Wars an als alle Prequel-Teile zusammen und kann insgesamt den meisten Erwartungen standhalten. Ein starker Auftakt für eine Trilogie, die hoffentlich noch einen individuelleren Weg einschlägt. 9/10

 

 

 

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