He Never Died

heneverdiedUSA, Kanada 2014

Regie: Jason Krawczyk

Darsteller: Henry Rollins, Booboo Stewart, Kate Greenhouse, Jordan Todosey, Steven Ogg…

Kritik: Wer ist Jack? Der scheinbar manisch-depressive und völlig empathielose Eisberg (hier passend verkörpert von Henry Rollins) fristet sein Leben zuhause zwischen Bett und Kühlschrank. Ab und an bekommt er Besuch von ein paar finstere Gestalten, die das Treffen bald darauf bereuen. Denn Jack kann viel einstecken, aber noch mehr austeilen. Und er weiß, dass die meisten Menschen Geld lieben. Aber da verbirgt sich mehr hinter dem grauhaarigen Kerl, der seine Siffbude nur verlässt, um von einem Krankenhausmitarbeiter Päckchen zu kaufen und in seinem Stamm-Diner Tee zu trinken und mit der Kellnerin zu plaudern. Jacks antisoziales, ja fast schon autistisches Verhalten einigen Menschen gegenüber, sorgt für reichlich komische Elemente. Witzige Dialoge reißen den Zuschauer aus der sonst bedrückenden und düsteren Atmosphäre. Das erinnert stellenweise auffällig an “Sherlock Holmes” und Sheldon aus “The Big ang Theory”. Jack ist (unfreiwillig) komisch und wirkt oftmals deplatziert in dieser Welt auf der wir leben. Doch eines Tages klopft seine Vergangenheit in Form seiner 19-jährigen Tochter Andrea (Jordan Todosey) an die Tür und sorgt für reichlich Abwechslung, die ziemlich schnell in Chaos abgleitet und Jacks Leben komplett auf den Kopf stellt. Als sie dann auch noch entführt wird, kennt der Vater wider Willen nur eins: Andrea finden und Rache üben.

Doch wer ist denn nun dieser Jack? Das ist die Frage, die den Zuschauer umtreibt und um die Drehbuchautor und Regisseur Jason Krawczyk immer weiter Fährten legt. Das sorgt zwar insgesamt für eine seltsam frische Mischung aus Comedy, Mystery und Drama-Thriller, doch leider überspannt der Herr dabei den Bogen. “He Never Died” fehlt der rote Faden, und nur für das Geheimnis wer oder was nun Jack eigentlich ist, ist die Geschichte zu spannungs- und aktionsarm. Zudem verrät der Titel bereits Einiges, zumindest Elementares. Dass es nebenbei mit der Kellnerin Cara (Kate Greenhouse) auch noch einen Love Interest gibt, bringt das Ganze nach einer starken halben Stunde dann endgültig aus dem Fokus. So plätschert der Film – speziell im zweiten Akt – vor sich hin, bis er dann endlich zum auflösenden, aber auch weitestgehend unspektakulären Ende kommt.

Henry Rollins ist kein schlechter Schauspieler, auch wenn er diesen Beruf nie gelernt hat, und die Rolle scheint ihm auf den Leib geschrieben. Dennoch vermag er es nicht, einen gesamten Film auf seinen breiten Schultern zu tragen. Es ist schon Bezeichnend, wenn die Nebenrolle Cara mit der besten Schauspielerin (Kate Greenhouse) besetzt ist. “He Never Died” ist kein Totalausfall, es mangelt ihm nicht an Ideen und einer interessanten Prämisse. Aber an Tempo und an etwas mehr Budget. Das fällt besonders in den wenigen Action-Szenen auf. Wenn Jack etwa im Diner aufräumt, sieht man das Geschehen innen gar nicht. Schade, hier wäre noch wesentlich mehr drin gewesen, trotz Henry Rollins. Pluspunkte gibt es aber für den abenteuerlichen Genre-Mix, der zumindest eine zeitlang aufgeht.

Manu meint: Abgefahrenes aber ziemlich lahmes Rache-Drama zwischen Humor und Gewalt, das Rollins nicht alleine zu schultern vermag. Der Inbegriff von verschenktem Potential. 3,5/10.

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