The Nice Guys

April 21, 2016 - The Nice Guys - Poster and cover for the official soundtrack  that will be released by Lakeshore Recors on May 20, 2016USA 2016

Regie: Shane Black

Darsteller: Ryan Gosling, Russell Crowe, Margaret Qualley…

Story: Los Angeles 1977: Der abgehalfterte Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und der raubeinige Jackson Healy (Russell Crowe) sind sich nicht gerade grün, denn Healy wurde schon einmal damit beauftragt, March zu verprügeln. Doch dann müssen sich die beiden für einen lukrativen Auftrag zusammentun, da die Oberste Richterin (Kim Basinger) zuverlässige Männer braucht, die es mit dem Gesetz nicht so genau nehmen. Zusammen sollen sie ihre Tochter Amelia (Margaret Qualley) finden, die in Schwierigkeiten geraten und verschwunden ist. Mit Marchs pubertierender Tochter Holly (Angourie Rice) im Schlepptau begeben sich die beiden auf eine Schnitzeljagd quer durch Los Angeles, bei der sich der wenig kompliziert erscheinenden Fall als eine Multi-Milliarden-Dollar-Verschwörung herausstellt…

Kritik: Mit „The Nice Guys“ lässt Drehbuchautor und Regisseur Shane Black den von Kritikern und Publikum meist ungeliebten „Iron Man 3“ hinter sich und konzentriert sich auf die Stärken seines Regiedebüts „Kiss Kiss Bang Bang“. „Zum Glück“, denkt sich der geneigte Cineast, denn Black ist eine launige, schwarzhumorige und kleine, dreckige Buddy-Action-Komödie gelungen. Im Los Angeles im Jahre 1977 – eine Zeit, in der Schnurrbärte noch nicht Retro waren und immer und überall geraucht wurde – treffen der Möchtegern-Detektiv und stets gewaltbereite Jackson Healy (Russel Crowe) und der abgehalfterte Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) aufeinander. Die beiden sind unterschiedlich, haben ihre eigenen prominenten Macken und doch viel mehr gemeinsam, als es zu Beginn scheint. Natürlich kommt es auch hier zu dem Punkt, an dem sich die beiden zusammenraufen. Doch statt des üblichen „ich habe zwar keinen Bock, aber weil Du mir nachläufst, dulde ich Dich“-Klischess, ist bei „The Nice Guys“ die Szene, in der Healey March um Hilfe bittet, pures Comedy-Gold.

Und dabei bleibt es glücklicherweise nicht, denn (und ich habe prophylaktisch bereits drei Euro ins Phrasenschwein geschmissen) die Chemie stimmt. Und zwar nicht nur zwischen den Figuren March und Healy, auch die Schauspieler Crowe und Gosling ergänzen sich herrlich. Beiden merkt man nicht nur ihr Können an, sondern, dass sie auch richtig Bock dabei hatten, diese beiden Loser mit Herz zu verkörpern. Wir fiebern einfach herzlich gerne mit, mit den Verlieren, die trotz ihrer Laster (March: Alkohol und Tabak, Healey: ein Hang zu Gewalt) sympathische Anti-Helden sind – aber stets Gutes im Sinn haben. Dass sie dabei als Team oftmals eher aus Zufall oder purer Dummheit auf wichtige Spuren stoßen und so Einiges zu Bruch geht, sorgt für einen erfrischend unkitschigen Filmspaß. Wir gönnen ihnen jeden (noch so kleinen) Erfolg. Zwischendurch gibt es einige recht heftige und explizite Kugelhagel und Gefluche, was diese R-Rated Comedy eindeutig als Spaß für Groß, und nicht für Klein, ausweist. Doch die durchaus ordentlichen Action-Szenen, in denen sowohl die Pro- als auch die Antagonisten nicht zimperlich zur Sache gehen, werden immer wieder mit gut-getimten und -pointierten One-Linern aufgelockert, die oftmals durch Wortspiele glänzen, die den Übersetzern Kopfschmerzen bereiten dürften.

Auf die “Story” will ich gar nicht weiter eingehen, denn sie hat den Namen kaum verdient. Man muss viel einfach glauben, zudem sind einige Handlungsverläufe schon arg an den Haaren herbeigezogen und wirken so wie sie sind: konstruiert. Auch das Thema „Umweltschutz“ wirkt für die 1970er reichlich deplatziert. Das war damals nicht ansatzweise so hip wie heutzutage und wirkt deshalb aufgesetzt. Das sind aber auch schon die größten Kritikpunkte. Viel wichtiger aber ist: Black atmet einfach den Geist dieser Filme, er weiß wie Buddy-Komödien in Kombination mit Action funktionieren. Das hat er schon als Schreiberling bei “Lethal Weapon” unter Beweis gestellt. Und so fühle ich mich bei “The Nice Guys” in selige Zeiten von eben genanntem Film sowie “Nur 48 Stunden”, “Beverly Hills Cop” etc. versetzt. Danke dafür. Als Bonuspunkt gilt noch, dass Tochter Holly als Sidekick nicht ansatzweise so nervtötend ist, wie ich es befürchtet hatte.

Manu meint: Shane Black hat eine leichte, unterhaltsame Buddy-Action-Komödie mit viel schwarzem Humor geschaffen, wie es sie heutzutage leider nur noch selten gibt. Für die “netten Kerls” gibt es im besten Sinne nette 9/10.

 

 

 

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