FFF White Nights 2017: The Void

voidKanada 2016

Regie: Jeremy Gillespie und Steven Kostanski

Darsteller: Ellen Wong, Kathleen Munroe, Kenneth Welsh,Aaron Poole, Art Hindle, Amy Groening, Stephanie Belding

Story (aus dem Programmheft): Sheriff Carters gemütliche Nachtschicht kommt zu einem jähen Ende, als ihm aus dem Wald ein blutender Mann vors Auto rennt. Umgehend bringt Carter den Verletzten ins naheliegende Krankenhaus, doch damit tritt er ungewollt eine höllische Lawine los. Zuerst tauchen zwei mysteriöse Jäger auf, die dem Unbekannten nach dem Leben trachten. Aber schon bald sieht sich die illustre Schar von Patienten und Angestellten einem viel größeren Problem gegenüber: Niemand kann das Krankenhaus verlassen, denn draußen versammeln sich messerschwingende Kultisten in weißen Roben, die jeden Fluchtversuch vereiteln. Und als dann drinnen die ersten Opfer zu ekelerregenden Schleimmonstern mutieren, müssen die Überlebenden erkennen, dass das wahre Tor zur Hölle gerade erst begonnen hat, sich zu öffnen …

Kritik: Ein bisschen „Phantasm“ auf Basis von H.P. Lovecraft- und Clive Barker-Anleihen und dazu eine gehörige Portion John Carpenter („Assault On Precinct 13“ und „The Thing“) und fertig ist ein neuer Horror-Klassiker im Stile der glorreichen 1980er Jahre. So einfach ist das. Das dürften sich die Verantwortlichen von „The Void“ augenscheinlich zumindest so gedacht haben. Und als „Monster-Film mit schleimigen Tentakeln, der nicht gut, aber lustig ist“, wurde er uns von den FFF-Veranstaltern angepriesen. Aber was zur Hölle (pun intended) dieser „Film“ von Jeremy Gillespie und Steven Kostanski („Manborg“ und „Father’s Day“) wirklich zu bedeuten hat, war auch nach der Sichtung nicht klar. Es reicht halt nicht, einfach ein paar Szenen aneinanderzureihen und sie mit bekannten Versatzstücken und Reminiszenzen vollzustopfen, um einen Film zu machen. Es sei denn man ist Quentin Tarantino und schafft somit wieder ein komplett neues/eigenes Genre – aber ich schweife ab. Das Drehbuch kann sich nie richtig zwischen Pro- und Antagonist entscheiden und macht sich kaum die Mühe, die Hintergründe und Zusammenhänge des Geschehens ordentlich zu erklären bzw. ins rechte Bild zu rücken. Da hilft es auch nicht, dass es irgendwie um Okkultismus und mystische Mächte geht. Denn was diese bewirken, und warum sie es tun bzw. wollen, bleibt so unbeantwortet wie uninteressant. Stattdessen macht sich über die meiste Spielzeit Langeweile breit, in der sich die wild zusammengewürfelten Figuren-Klischees hanebüchene Dialog-Fetzen an den Kopf werfen, ohne das je etwas passiert, das die „Handlung“ vorantreibt. Irgendwie kommen Monster in Menschen, die dann ausbrechen. Dann taucht der Gewinner des „Hellraiser-Lookalike-Wettbewerbs“ auf und plötzlich öffnen sich Tore in… eine andere Welt? Andere Dimension? Ich weiß es nicht. Niemand weiß das, weil man es nur kurz sieht und dann ist der Mist auch vorbei. Was machen die beiden in der „neuen Welt“? Und wieso überleben die Nichtsnützerin und der Behinderte in der realen Welt? Ach, egal…

Eine handvoll Szenen mit schleimigen Tentakel-Monstern und zombieartigen Dämonen machen noch lange keinen guten Horror-Film. In puncto Design sind die Vorbilder Barker und Carpenter eindeutig bestimmt, nur sind sich die Macher (wegen „Machwerk“, ihr versteht) nie bewusst, was diese Horror-Ikonen und ihre Meisterwerke auszeichnet. Geschichte und Atmosphäre werden hier nämlich maximal angedeutet, im Zweifel aber nur behauptet, auf die Figuren wird flächendeckend geschissen. Letztlich ist es völlig egal, was da passiert (ist), es ist langweilig, wirr und doof.

Manu meint: Der Film wäre so gerne Clive Barker („Hellraiser“) und John Carpenter („Assault on Precinct 13“), ist aber nichts davon, nicht mal im Ansatz. Konfus und bescheuert. 2/10 für ein paar nette handgemachte Effekte.

 

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