FFF White Nights 2017: Dog Eat Dog

dog-eat-dogUSA 2016

Regie: Paul Schrader

Darsteller: Nicolas Cage, Willem Dafoe, Christopher Matthew Cook, Louisa Krause, Paul Schrader, Melissa Bolona

Story (aus dem Programmheft): „Diesen Job erledigen wir richtig! Dieser Job wird Triumph oder Untergang!“ – Nachdem wir die Kleinganoven Troy, Mad Dog und Diesel mittlerweile schon bei einigen früheren Schandtaten begleiten konnten, kommt uns ganz stark der Verdacht: Die Nadel des Schicksals wird sich für die drei Ex-Knackis eher in Richtung Untergang drehen …

Kritik: Paul Schrader, Autor von Filmen wie „Taxi Driver“ oder „Raging Bull“, macht einen auf Quentin Tarantino und hat sich dafür Willem Dafoe und Nicolas Cage mit an Bord geholt, die größtenteils sich selbst spielen bzw. das, was man von ihnen kennt und erwartet. Viel mehr Beschreibung braucht „Dog Eat Dog“ eigentlich nicht, denn die Handlung hat nicht viel zu bieten, und mit den Figuren fühlt auch kein vernünftiger Mensch mit. Man darf/sollte aber auch nicht vergessen, dass Schrader auch der Regisseur solcher Obskuritäten wie „Cat People“ und „Dominion: Exorzist – Der Anfang des Bösen“ ist und schon lange nicht mehr abgeliefert hat. Leider auch hier nicht. „Dog Eat Dog“ ist kein Totalausfall und auch niemals so schmerzhaft, dass man weggucken muss. Der Film ist aber auch einfach nicht gut und bietet wenig Motivation dran zu bleiben.

„Dog Eat Dog ist nun Schraders doppelt ausgestreckter Mittelfinger Richtung Massengeschmack. Ein unangepasster, räudiger Köter von einem Film, der im einen Moment mit wilden Dialogen jongliert, um im nächsten in bestialische Brutalität umzuschlagen.“ – So steht es im Programmheft der Fantasy Filmfest White Nights – und das ist auch nicht falsch. ABER: das birgt noch lange nicht für Qualität. Ist man anfangs noch von der irren Rolle Dafoes angetan, fragt man sich bald, wo das hinführen soll, oder wohl eher was auf dem Weg zum Unvermeidlichen eigentlich noch Interessantes geschehen soll. Der Film hat gute Szenen, wirkt aber in sich nicht sonderlich homogen und zielgetrieben, was ihn erheblich ausbremst. 2017 ist hier nichts neu oder in irgendeiner Art besonders.

Ich werfe einigen Filmen einen Mangel an Charakterzeichnung vor. Was aber Schrader in „Dog Eat Dog“ zwischenzeitlich versucht, ist nur nervig und streckt das Geschehen unnötig. Als Produzent hätte ich die vermeintlichen Charakter-Kapitel der einzelnen Figuren ersatzlos gestrichen. Überraschenderweise sticht hier Christopher Matthew Cooks Figur (und auch seine Leistung, die zugegebenermaßen nicht sonderlich gefordert ist) am positivsten hervor.

Manu meint: Zäh erzähltes Action-Gangster-Drama, das nie die richtige Balance zwischen Abgedrehtheit, Humor und griechischer Tragödie findet. Als Debütfilm wäre das noch gerade so akzeptabel gewesen. 4/10.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>