FFF White Nights 2017: The Monster

the-monsterUSA 2016

Regie: Bryan Bertino

Darsteller: Zoe Kazan, Ella Ballentine, Scott Speedman, Aaron Douglas, Chris Webb, Christine Ebadi, Marc Hickox

Story (aus dem Programmheft): Auf dunkler Landstraße kommt es zwischen Mutter und Tochter erst zum Streit und kurze Zeit später zu einer unerfreulichen Begegnung mit einem verletzten Wolf, die nach misslungenem Ausweichmanöver im Straßengraben endet. Die telefonisch angeforderte Hilfe verzögert sich aufgrund des unberechenbaren Wetters, und so sitzen Kathy und Lizzy vorerst untätig in nächtlicher Einsamkeit – bis sich die Anzeichen mehren, dass dort draußen im Dunkeln etwas auf sie lauert. Natürlich, versichert Kathy ihrer Tochter, gebe es keine Monster. Doch schon der erste gutmütige Helfer, der vorbeikommt, macht eine anderweitige Erfahrung. Inmitten eines plötzlich über sie hereinbrechenden Albtraums aus Tod und Raserei muss Kathy erkennen, dass sie sich schwerstens geirrt hat …

Kritik: Die Prämisse Kammerspiel trifft auf Psychogramm, quasi „Howl“ trifft auf „The Babadook“, klingt sehr vielversprechend. Umso ärgerlicher ist es, das „The Monster“ ein absoluter Schnarcher ist. Dabei sind die Bedingungen gegeben, aber eben nicht für einen spannenden Monster-Film über 90 Minuten. Stattdessen gibt es monstermäßige Langeweile. Mit redundanten Rückblenden, die nichts Neues zur Situation beitragen und nur vermeintlich der Charakterzeichnung dienen, schläfert Regisseur Bryan Bertino den Zuschauer ein. Anstatt sich auf das Leiden seiner Protagonisten zu konzentrieren und ein paar Schauwerte zu bieten. Mutter und Tochter sind indes aber damit beschäftigt ständig die Rollen zu tauschen und sich in geheulten Dialogen zu trösten. Die Handlung kommt kaum über die Ausgangssituation hinaus und das Monster taucht immer dann auf, wenn dem Drehbuch in die Dramaturgie passt. Mal macht das Monster einen Mensch auf Anhieb platt, ein anderes Mal beißt es „nur“ einen Arm ab (ohne das die betroffene Person schreit!), mal greift es gar nicht an. Stellvertretend für die gesamte Handlung und das Handeln/Verhalten der Figuren steht das widersprüchliche Monster, dessen Design keinen Innovationspreis gewinnt und das zu oft als Mensch im Latexanzug identifiziert werden kann. Es dauert außerdem sehr lange, bis man das Monster dann mal sieht, und das auch immer nur kurz und hauptsächlich im Dunklen (Büdget???). Warum man so einen Hehl daraus macht, wie das Monster aussieht, ist angesichts des expliziten Poster- und Mediabook-Artworks ein Rätsel. Thema Splatter: Zu viel geschieht im Off, als dass für den Gore-Snack zwischendurch reichen könnte.

Zudem kriegen wir fortlaufend mit dem Vorschlaghammer eingebläut, dass das Monster den Konflikt zwischen der alkoholkranken Mutter und der darunter leidenden Tochter manifestiert. Geschenkt, das war nach fünf Minuten längst klar, kein Grund das in aller Ausführlichkeit plattzuwalzen, sodass auch der letzte Depp die Parallelen ziehen kann. Um die besagten Längen erleichtert und um ein paar Schauwerte erweitert, wäre „The Monster“ als solider Kurzfilm oder nette Episode von „Tales From The Crypt“ beziehungsweise „Masters Of Horror“ durchaus geeignet. So ist „The Monster“ ein zähes und behäbiges Vehikel voller Ballast, das sich selbst im Weg steht. Da hilft auch die ordentliche Leistung der 15-Jährigen Ella Ballentine nicht.

Manu meint: Der Versuch, ein Psychogramm im Stile von „The Babadook“ zu produzieren, scheitert auf nahezu allen Ebenen. Stattdessen gibt es Pseudo-Spannung und nervige Figuren, die dämliche Dialoge in episch gezogener Breite rumheulen. Reinfall! 2,5/10

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