FFF White Nights 2017: Safe Neighborhood

safe-neighborhoodAustralien, USA 2016

Regie: Chris Peckover 

Darsteller: Levi Miller, Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Aleks Mikic, Dacre Montgomery, Patrick Warburton, Virginia Madsen u.a.

Story (aus dem Programmheft): Eigentlich ist Luke längst zu alt für einen Babysitter. Aber die Aussicht, einen gemeinsamen Abend mit seiner heißen Flamme Ashley verbringen zu dürfen, ist eine ganz andere Sache. Blöd nur, dass die Angebetete a) einen Freund hat, mit dem sie ständig telefoniert, b) es die letzte Gelegenheit für den Zwölfjährigen sein wird, sie klar zu machen, bevor ihre Familie am nächsten Tag wegzieht und c) plötzlich maskierte Typen auf der Veranda rumschleichen und anfangen, den Abend zu ruinieren. Dabei hatten Luke und sein Best Buddy, der nerdige Garrett, alles perfekt geplant! Als die Verbrecher ins Haus eindringen, wird es jedoch sofort tödlich ernst. Luke bekommt jede Gelegenheit, seine für sein Alter zweifelsfrei beeindruckende Männlichkeit und Reife unter Beweis zu stellen. Vor allem haben die Angreifer aber nicht mit dem Löwinnen- bzw. Killerinstinkt von Ashley gerechnet. Es beginnt eine lange, blutige und verhängnisvolle Weihnachtsnacht, in der nichts und niemand ist, wie es anfangs schien…

Kritik: Ein bekanntes Setting, eine generische Home-Invasion/Slasher-Story und ein Twist, der so stark gegen den Wind riecht, dass man ihn nach fünf Minuten präzise voraussagen kann. Und dann? Tja, dann entwickelt sich “Safe Neighborhood” einfach mal zur größten positiven Überraschung der Fantasy Filmfest White Nights 2017. Ich habe nichts erwartet und damit diese kleine, unterhaltsame wie pechschwarzhumorige Perle völlig unterschätzt. Denn wenig ist hier, wie es zunächst scheint. Denn nach dem offensichtlichen „Twist“, geht der Film erst so richtig los und nimmt ordentlich Fahrt auf. Es entfesselt sich ein Psycho-Horror der perfiden Art, getragen von glaubhaften Schauspielern. Dabei bedient sich das Team um Regisseur Chris Peckover der besten Elemente aus den Bereichen Horror, Slasher, Torture Porn und schwarzer Komödie. Ein bisschen “Scream” trifft auf “Julia X” und ganz viel “The Loved Ones”. Was “Safe Neighborhood” dabei hervorragend gelingt: Trotz aller (vielleicht unglaublichen) Perversitäten ist der Film einfach unterhaltsam, weil die Gags (so derbe sie auch ausfallen) zünden. Selten habe ich in einem so perfide brutalen Film so herzlich gelacht.

Wenn man “Safe Neighborhood” etwas vorwerfen wollte, dann etwa, dass sich die Macher zu sehr an bekannten Horror-Versatzstücken bedienen – böse Zungen würden die Pop-Band “Die Prinzen” zitieren und behaupten, das sei “Alles nur geklaut”. Allerdings ist es in dieser Mischung und mit dem stark aufspielenden jungen Cast trotzdem wieder frisch genug. Außerdem hätte die Gewalt an manchen Stellen etwas expliziter ausfallen dürfen. Blutig genug geht es hier trotzdem zur Sache. Ein kleiner Spoiler folgt (markieren zum Lesen):

Da die Protagonistin eigentlich ziemlich schlampig ist, fehlt es zur kompletten Identifikation mit der “Hauptfigur”. Nicht, dass man ein solches Ereignis jemandem wünschen würde. Doch das Ende wäre noch böser (und damit besser), wenn der Antagonist komplett davon kommen würde.

Manu meint: DIE Überraschung des Festivals! Ein kleiner und überraschender Psycho-Thriller, der sich dem Besten aus dem Horror-Genre bedient und dabei herrlich fies-lustig ist. 8/10

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