FFF White Nights 2017: The Hunt For The Wilderpeople

huntNeuseeland 2016

Regie: Taika Waititi

Darsteller: Julian Dennison, Sam Neill, Rima Te Wiata, Rachel House, Rhys Darby, Cohen Holloway, Stan Walker, Taika Waititi

Story (aus dem Programmheft): Der dicke Ricky ist ein Problemkind mit hohem Verschleiß an Pflegefamilien. Die grummeligen Hinterwäldler Bella und Uncle Hec sind seine letzte Chance, die drohende Erziehungsanstalt zu verhindern. Doch kaum hat sich der dreizehnjährige Pechvogel eingelebt, kommt es zu einem unerwarteten Schicksalsschlag. Eine Katastrophe, die Ricky und Uncle Hec bald durch den tiefsten neuseeländischen Busch stapfen lässt, ständig auf der Flucht vor durchgeknallten Kopfgeldjägern, machtbesessenen Sozialarbeiterinnen und gereizten Wildschweinen. Aus einem harmlosen Trip wird plötzlich eine der größten Hetzjagden des Landes. Und unter den Augen von Medien und Sympathisanten steigt das ungleiche Duo zu Volkshelden auf. Doch die Schlinge zieht sich immer enger um die beiden zusammen. Oder, wie Ricky sagen würde: „Shit just got real!“

Kritik: Taika Waititi – der bereits mit „Eagle vs. Shark“ und „What We Do In The Shadows“ zwei geniale Genre-Geheimtipps geschaffen hat – schickt in „The Hunt For The Wilder People“ das schwierige Pflegekind Ricky Baker zur nächsten Pflegefamilie, bestehend aus der liebevollen Bella (Rima Te Wiata) und dem grummeligen Hector (Sam Neill). Zum ersten Mal erfährt er hier echte Liebe und Akzeptanz – zumindest von Bella. Nach ihrem plötzlichen Tod, fordert das Jugendamt Ricky zurück, doch der hat andere Pläne und haut ab in die neuseeländische Wildnis. Schnell holt ihn „Uncle“ Hec ein und so entsteht bald ein ungleiches Paar, das vor Behörden, der Polizei und der Zivilisation flieht, und bald unvermeidlich zu einem Team wächst. Das erzählt der Film so liebevoll und herzerweichend, und gleichzeitig mit so viel Feingefühl für gut getimten Humor (physischer wie verbaler Art), dass es eine wahre Freude ist.

Waititi beweist einmal mehr sein Fingerspitzengefühl für die perfekte Balance aus Humor und Drama. Somit rutscht „The Hunt For The Wilderpeople“ nie zu sehr in den Kitsch ab, ist gleichzeitig aber auch nie zu albern. Dieses schwierige Vorhaben gelingt dem Neuseeländer mit einer scheinbar spielerischen Leichtigkeit. Er versteht es zudem, interessante wie sympathische oder bekloppte Figuren zu kreieren, die nicht nur sich, sondern auch dem Zuschauer ans Herz wachsen: Ob es der kleine dicke Ricky Baker ist, der griesgrämige „Hec“, die liebende Mutter Bella oder die fast schon faschistische Jugendamt-Chefin Paula (Rachel House aus „Eagle vs. Shark“), die eigentlich nur das Beste für das Kind will, sowie der trottelige Polizist. Die Figuren sind herrlich überzeichnet und (nicht nur) deshalb schön am Mainstream vorbei – einfach nur toll. Zudem möchte ich noch den obligatorischen Auftritt von Rhys Darby („Flight Of The Concords“, „What We Do In The Shadows“) als durchgeknallten „Psycho Sam“ sowie Taika Waititi selbst als Minister erwähnen. Herrlich! Der Cast greift perfekt, die Schauspieler zeigen wie Waititi ein ideales Gespür für Timing – das essentiell für die Mischung der diversen Genres ist. Alle Beteiligten treffen zu jeder Zeit den richtigen Ton. Anspielungen an Genre-Filme wie „Terminator“ und „Herr Der Ringe“ sowie eine optimale Prise an Action und Abenteuer runden dieses einzigartige Juwel ab.

Manu meint: Ein herzerwärmender Abenteuer-Film über Familie, Freundschaft, Liebe – trifft mit ganz viel Herz und ganz viel Humor die wichtigsten Emotionen. Ein Highlight für Jedermann/Frau. 9,5/10

 

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