THE MUMMY – DIE MUMIE (2017)

themummy2017USA 2017

Regie: Alex Kurtzman

Darsteller: Tom Cruise, Sofia Boutella, Annabelle Wallis, Jake Johnson, Russell Crowe…

Story: Vor 2.000 Jahren wurde die ägyptische Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutella) tief unter der Erde eingesperrt – aus gutem Grund! Denn wie Expertin Jenny Halsey (Annabelle Wallis) aus Hieroglyphen entziffert, war Ahmanet als Anwärterin auf den Königsthron zu machtgierig und böse. Durch Mumifizierung und eine meterdicke Sandschicht sollte die Welt vor der Macht der Geschassten geschützt werden, doch nun wurde ihr Grab durch eine Bombenexplosion freigelegt und die Mumie ist erwacht. Ahmanet bahnt sich den Weg aus ihrem düsteren Grab hinein in unsere Gegenwart, in der es am Schatzsucher Nick Morton (Tom Cruise) ist, Unheil von der gesamten Menschheit fernzuhalten. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich in der Mumie unermessliche Wut und Bosheit angestaut und sie dürstet nach Rache. Nick und Jenny nehmen den Kampf auf, in den sich auch Dr. Henry Jekyll (Russell Crowe) und dessen mysteriöse Geheimorganisation einmischen…

Kritik: Sind wir ehrlich: Es geht doch eigentlich nur um die Frage “Ist ‘Die Mumie’ wirklich so schlecht wie befürchtet, bzw. wie die Trailer es suggeriert haben?“ Und ich sage es direkt: Der Film ist eine ziemliche Katastrophe geworden. Spannung? Komm raus, Du bist umzingelt. Und zwar von einem saudämlichen und inkonsistenten Drehbuch und nervigen Figuren. Die Verantwortlichen – darunter sechs (!!!) Drehbuchautoren und somit zu viele Köche für den Brei – haben sich nicht entscheiden können zwischen lustig und ernst, Horror oder Action. Und somit beackern sie jedes dieser Territorien nur halbherzig, sodass ein selenloser Mainstream-Blockbuster-Einheitsbrei herauskommt, der nach nichts schmeckt und den man nach kurzer Zeit wieder aus dem Körper geschieden hat. Denn nichts in „Die Mumie“ ist sonderlich erwähnenswert, dass es länger im Gedächtnis bleibt.

Die „Story“ ist eine Mischung aus den Mumien-Filmen der Jahre 1932 (Boris Karloff!) und 1999 (Brendan Frasier!), wenn auch wesentlich dämlicher und unnötig in die heutige Zeit gezwungen. Warum ist Nick (Tom Cruise) anfangs in einem Kriegsgebiet unterwegs? Dem Zeitgeist oder der Action wegen, sucht es Euch aus. Ich tippe auf Geballer und darauf, dass Cruise in jedem Vertrag festgeschrieben hat, mindestens zehn Kilometer pro Film zu sprinten. Seine Figur Nick – ein auf wertvolle Artefakte spezialisierter Dieb und Hehler (nein, kein Indiana Jones!) – ist absolut unsympathisch, aber darauf gehe ich später noch etwas genauer ein. Zudem wird ihm mit Chris (Jake Johnson, bekannt als „Nick“ aus der Serie „New Girl“ oder auch als nerviger Comic-Relief im ebenfalls katastrophalen „Jurassic World“) ein saunerviger Sidekick an die Seite gestellt. Lustig? My ass. Die Gags sind verbraucht und zu bemüht, außerdem verfehlen sie regelmäßig die Tonalität. „Die Mumie“ ist nicht lustig, nicht spannend, nicht gruselig, nicht mal anstößig oder politisch korrekt – Nichts verleiht dem Film ein eigenständiges Profil.

Das ganze Drumherum mit dem „Shared Universe“, was seit den erfolgreichen Marvel-Verfilmungen wieder schwer angesagt ist, lasse ich mal außen vor. Auch, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, mit der Mumie anzufangen. Ok, Dracula („Dracula Untold“) und Frankenstein („I, Frankenstein“) haben ja schon kläglich versagt. Vielleicht sollte man den Versuch, ein modernes Universal-Monster-Universe zu erzwingen, einfach komplett beerdigen und einen Deckel drauf machen… (pun intended). Ich brauche diese Monster auch nicht unbedingt in der heutigen Zeit. Ich brauche keine Mumie mit Dreadlocks und Tattoos, selbst wenn die hübsche Sofia Boutella als Mumie Ahmanet noch das einzige Highlight des Films darstellt. Wenn das die Marschrichtung ist, dann danke, aber nein danke, ich bleibe bei den Klassikern.

Und was ist mit Tom Cruise? Kann er den Tag respektive diesen Film nicht ansatzweise retten? Ok, Cruise ist für seine 54 Jahre echt noch ordentlich in Form und sein Schauspiel ist gewohnt solide. Aber das ist auch kein Wunder, darf er auch in „Die Mumie“ hauptsächlich wieder vor etlichen Bedrohungen davonrennen – und -schwimmen. Und das ist auch das größte Problem seiner Figur Nick: Weil er eher durch Zufall die Mumie erweckt und vom Fluch belegt ist, reagiert er nur. Nick füllt den Großteil der Spielzeit die Opferrolle aus, und das ist viel zu passiv für einen vermeintlichen Protagonisten. Da er obendrein noch ein Arschloch ist, fällt eine Identifikation mit seinem Charakter komplett flach. Warum soll uns das Ganze dann eigentlich scheren? Eben, tut es nicht. Warum lässt Nick die Mumie nicht einfach das Ritual beenden und sich von ihr erdolchen? Er ist eh ein egoistischer Drecksack, für den ewiges Leben doch verlockend sein sollte.

ACHTUNG SPOILER

Am Ende – nachdem also zahlreiche Menschen ihr Leben gelassen haben und London teilweise in Schutt und Asche liegt – entscheidet sich Nick aber doch, sich den Dolch selbst in die Brust zu stoßen. Damit kann er dann als “God of Death” die Mumie besiegen und seinen “Love-Interest” retten. Also war alles vorangegangene für’n Arsch? Das Ende ist der größte WTF- und Facepalm-Moment.

SPOILER ENDE

„Die Mumie“ ist bisher der „Ghostbusters“ des vergangenen Jahres: der schlechteste Film, denn trotz geringer Erwartungen schaffte es der „Film“ komplett zu enttäuschen. Zumindest bis nächste Woche, denn da steht die Pressevorstellung von „Transformers 5“ an. Somit könnte Universal nochmal davonkommen.

Manu meint: Boris Karloff rotiert gerade im Grab. „Die Mumie“ vereint alles, was ich an modernen Mainstream-Blockbustern hasse. 2/10

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