THE PREDATOR: UPGRADE

predator-upgradeUSA 2018

Regie: Shane Black

Darsteller: Boyd Holbrook, Sterling K. Brown, Keegan-Michael Key, Olivia Munn, Yvonne Strahovski

Story: Sniper Quinn McKenna (Boyd Holbrook) und sein Team haben ein sehr unappetitliches Zusammentreffen mit einem Predator, einem technisch hochgerüsteten Alien, das auf der Jagd ist. Dem Soldaten gelingt es, den Predator festzusetzen und ein paar von dessen Ausrüstungsgegenständen an Sohnemann Rory (Jacob Tremblay) zu senden – danach muss er in eine Einrichtung für Veteranen, die psychisch auffällig sind. Das ist immerhin besser als die andere Variante, wie die Behörden mit Zeugen der außerirdischen Bedrohung umgehen (töten), aber natürlich trotzdem nicht das, was sich Quinn als Dank für seine Arbeit vorgestellt hat. Während er in der Gruppentherapie andere Kameraden kennenlernt, darunter den auf schmutzige Witze spezialisierten Coyle (Keegan-Michael Key) und Baxley (Thomas Jane), der am Tourette-Syndrom leidet, gelingt dem inhaftierten Predator die Flucht aus der Militärbasis…

Kritik: Seit einiger Zeit frage ich mich bereits, wie denn wohl ein PREDATOR-Film von Shane Black (KISS KISS BANG BANG, IRON MAN 3, THE NICE GUYS) aussehen wird. Und die simple Antwort ist, dass er genau so ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Das bedeutet aber nicht, dass der neue PREDATOR-Film so ist, wie ich ihn mir erhofft habe – und da werden mir wahrscheinlich einige zustimmen. Black beschreitet einen anderen Weg als andere Filme des Franchises, vergisst dabei aber auch die Hommage an das Original nicht.

Zunächst ist die Truppe von Freaks, die Protagonist Quinn McKenna (Boyd Holbrook, der hier Chris Hunnam unverschämt ähnlich sieht) um sich schart, so durchgeknallt, dass sie eigentlich schon wieder sympathisch ist. Gleiches gilt für deren Gegenspieler Traeger (Sterling K. Brown), der zu cool für das Game scheint. Eine wirkliche Verbindungen entsteht zu den Figuren zwar nicht (wie auch?), aber Shane Black und Fred Dekkers schaffen es, das Geschehen auf der Leinwand unterhaltsam zu gestalten. Ob es die tumben bis peinlichen Sprüche sind, wahnwitzige Aktionen oder die teils harte Splatter-Action… THE PREDATOR: UPGRADE bereitet den Großteil der Laufzeit Spaß. Dabei dürfte dieser merkwürdige Film gar nicht funktionieren.

Clever ist unter anderem, dass hier niemand von der Existenz der PREDATOR überzeugt werden muss, denn sie sind dem Militär und der Regierung durchaus bekannt. Black fokussiert sich auf die Frage, warum sie die Erde immer öfter besuchen. Außerdem kokettiert das Drehbuch mit Logikfragen („warum heißen sie PREDATOR, wenn sie doch eigentlich Sportjäger sind?“), die man sich als Zuschauer stellt und bringt so eine selbstironische Ebene in den Film. Das steht ihm gut und geht die meiste Zeit auch auf. Allerdings ist dabei die Tonalität nicht auf den Punkt, sondern wie man im Englischen so schön sagt „all over the place“.

Die größten Probleme gibt es im letzten Drittel, dem man die Nachdrehs deutlich anmerkt. Bis dahin ist THE PREDATOR: UPGRADE noch herrlich derbe drüber, doch dann wird der Bogen überspannt. Vor allem das Finale wirkt schon eher lächerlich. Wenn man uns dann noch eine – in Filmen leider immer wieder missverstandene und falsch dargestellte Krankheit – als die nächste Stufe der Evolution verkaufen will, sorgt das für derbes Gelächter unter den sonst oftmals so abgeklärten Filmjournalisten.

Genau wie PREDATOR (1987) mit Arnold Schwarzenegger, ist auch das „Upgrade“ ein Kind seiner Zeit, was man beachten sollte. Vielen wird der Humor nicht gefallen, doch er gehört zum Zeitgeist. Manch einer der Puristen wird sich auch an den wechselnden Setpieces stören oder auch an sonst allem, was anders als in Michael McTiernans Film ist. Doch will man wirklich ein 1:1 Remake haben? Kann man die 80er und das Gefühl der Zeit 1:1 neukreieren? Eben. Das vermeintliche UPGRADE ist völlig überzogen, stellenweise unfokussiert, daneben und fällt gegen Ende leider auseinander. Dennoch ist er sympathisch und macht Laune – mehr als er dürfte. Der schlechteste Teil des Franchises ist er jedoch nicht, der freakigste schon.

Manu meint: Puristen werden dem neuen PREDATOR nur wenig abgewinnen können und als DOWNGRADE empfinden. Wer offener ist und für neue Facetten im PREDATOR-Universum bereit, für den dürfte der Film spaßiger sein, als er eigentlich ist und besser funktionieren. 3/10 respektive 6/10.

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