Fantasy Filmfest 2014 – 6: The Strange Colour Of Your Body’s Tears

Belgien / Frankreich / Luxemburg 2013

Regie: Hélène Cattet, Bruno Forzani

Darsteller: Klaus Tange, Jean-Michel Vovk, Sylvia Camarda, Sam Louwyck…

Inhalt und Trailer

Kritik: Ein Mann kehrt nach einer Geschäftsreise nach Hause zurück und stellt fest, dass seine Frau verschwunden ist, obwohl die Wohnung von innen versperrt ist. Er befragt die Nachbarn nach ihrem Verbleib und sucht auch Hilfe bei der Polizei, um herauszufinden, dass etwas merkwürdiges in diesem Haus vor sich geht. So weit so gut, allerdings wird es dann ganz schnell unübersichtlich und “The Strange Colour Of Your Body’s Tears” transformiert sich in eine Anhäufung von (Giallo-)Stilmitteln, die scheinbar ohne Sinn und Zusammenhang auf die Leinwand gezaubert wurden. Unzählige Close-Ups von Augen, Farben à la Argento, schwarzes Leder, rotes Leder, Bluttropfen und -Spritzer sowie scheinende Klingen in allen erdenklichen Kameraeinstellungen. Dazu (wie von den Regisseuren gewohnt) eine intensive Sound- und Musikuntermalung (z.B. Morricone). Nach 10 Minuten beginnt dieser Bilderrausch, der dann das treibende (und einzige) Element in dem Film ist und die Handlung sowie die Auflösung am Schluss rücken in den Hintergrund. Eigentlich sollte der Giallo-Fan da mit der Zunge schnalzen, ich war allerdings nicht der Einzige in unserer fünfköpfigen Gruppe, der den Faden schnell verloren hat und weder den einzelnen Figuren noch der – nur angedeuteten Story – folgen konnte. Zugegeben: Die Stories der klassischen Gialli sind selten logisch oder konsequent erzählt, aber es wird etwas erzählt – und zwar verständlich. “The Strange Colour…” ist visuell und künstlerisch schwer beeindruckend, fordert aber nicht nur, sondern strengt ordentlich an. “Ist das Kunst oder kann das weg?” ist die berechtigte Frage nach dem Sichten und ich denke die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Ich lasse mich gerne von Bildern und Sound berauschen, erfahre gerne Filme in ihrer Intensität und brauche auch nicht Antworten auf alle Fragen. Aber der neue Film von Cattet und Forzani, die mich mit “Amer” so begeistert haben, zündet einfach kaum. Nur fieberhafte Traumbilder reichen einfach nicht.

Manu meint: Visuell und vom Sounddesign her atemberaubend, allerdings ohne echte Geschichte und recht zerfahren. Wie ein Labyrinth, indem man sich schnell verliert. 6/10

Fantasy Filmfest 2014 – 5: Go Goa Gone

Indien 2013

Regie: Krishna DK, Raj Nidimoru

Darsteller: Saif Ali Khan, Kunal Khemu, Vir Das, Anand Tiwari, Puja Gupta…

Inhalt und Trailer

Kritik: Als Halb-Portugiese konnte ich mir diese Zombedy natürlich nicht entgehen lassen, wollte ich doch wissen, wie das aussieht, wenn die Untoten über die ehemalige Kolonie herfallen. Die Erwartungen waren gering, weil ich mit dem, was man sonst als Bollywood gar nichts anfangen kann. Und siehe da, “Go Goa Gone” weiß zu unterhalten. Die Inder – die hier eine Mischung aus Hindi und Englisch sprechen – setzen dabei klar den Fokus auf den Weiterlesen

Fantasy Filmfest 2014 – 4: Open Windows

Frankreich / Spanien / USA 2014

Regie: Nacho Vigalondo

Darsteller: Elijah Wood, Sasha Grey, Neil Maskell, Adam Quintero

Inhalt und Trailer

Kritik: “Open Windows” wird in Echtzeit komplett über die Ansicht eines Laptop-Bildschirms erzählt. Der Zuschauer bekommt das Geschehen ausschließlich über direkt zugeschaltete Web-Kameras zu sehen. Das klingt zunächst nach einem netten Konzept, dem schnell die Luft auszugehen droht, doch “Open Windows” weiß gleich auf mehreren Ebenen zu überraschen und zu überzeugen. Die diversen Kameras erzeugen “Wenig ist wie es Weiterlesen

Fantasy Filmfest 2014 – 3: Nurse 3D

USA 2013

Regie: Douglas Aarniokoski

Darsteller: Paz De La Huerta, Katrina Bowden, Corbin Bleu, Kathleen Turner, Judd Nelson, Boris Kodjoe, Michael Eklund….

Inhalt und Trailer

Kritik: Blut, Titten, und das in 3D. Das sind doch die perfekten Ingredienzien für hirnlosen Spaß, mit die Mitternachtscrowd auf dem Fantasy Filmfest zum Gröhlen animiert werden soll. Tja, hirnlos ja, Spaß eher weniger. Und das liegt nicht nur an Paz De La Huerta, die nicht nur wie Lyv Tyler nach einem Schlaganfall aussieht, sondern auch so spielt. Und sie soll(te) den Film tragen, sie ist der Mittelpunkt. Die Kamera klebt Weiterlesen

Fantasy Filmfest 2014 – 2: Under The Skin

Großbritannien 2013

Regie: Jonathan Glazer

Darsteller: Scarlett Johansson, Krystof Hádek, Paul Brannigan, Scott Dymond…

Inhalt und Trailer

Kritik: Achtung! – Mainstreamer und Blockbuster-Fetischisten müssen leider draußen bleiben. Was Jonathan Glazer (“Sexy Beast”) hier serviert ist keine leichte Kost und fordert das Publikum (womit das schlechte Einspielergebnis in den USA wohl erklärt sein dürfte). Die Geschichte wird hauptsächlich durch (hypnotische) Bilder erzählt; der Zuschauer muss sich Handlung und die (in der Buchvorlage vorhandenen) Hintergründe zum Großteil selbst zusammenschustern. Weiterlesen

Fantasy Filmfest 2014 – 1: The Rover

Australien 2014

Regie: David Michôd

Darsteller: Guy Pearce, Robert Pattinson, Anthony Hayes, David Field, Gillian Jones…

Inhalt und Trailer

Kritik: “Ey man, wo ist mein Auto?”, fragt sich der namenlose Protagonist am Anfang von “The Rover” und sieht dabei gerade noch, wie eine Bande Gesetzloser mit seinem Vehikel im Staub des postapokalyptischen, australischen Outback verschwindet. Er schnappt sich deren verbeultes Fahrzeug und verfolgt die Diebe. Viel mehr an Handlung bekam man beim diesjährigen Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest nicht geboten. Die namenlose Huaptfigur, die von Guy Pearce passend grimmig gespielt wird, will ihr Auto zurück und geht dafür über Leichen, weil sie offenbar wie viele andere nichts mehr zu verlieren hat. Ein Leben ist in dieser trostlosen Postapokalypse nichts wert und so ballert er fast schon beiläufig jeden, ob er ihm im Weg steht oder nicht, aus dem Leben. Bis auf den angeschossenen Bruder (Robert Pattinson) eines der Diebe, der sich trotz seines limitierten IQ noch als nützlich Weiterlesen