FFF White Nights 2017: The Invisible Guest

contratiempoSpanien 2016

Regie: Oriol Paulo

Darsteller: Mario Casas, José Coronado, Bárbara Lennie, Francesc Orella, Ana Wagener

Story (aus dem Programmheft): Der erfolgreiche Unternehmer Adrián hat einen schlechten Tag, einen richtig schlechten Tag. Als er in einem Hotel aufwacht, findet er seine Geliebte ermordet im Badezimmer. Die Beweislast ist erschlagend: die Tür war von innen versperrt und es gibt keine anderen Verdächtigen. So steht der reiche Geschäftsmann kurz davor, alles zu verlieren: seine Familie, seine Karriere, seine Freiheit. Am Abend vor der Verhandlung taucht dann auch noch ein neuer Zeuge auf, der Adriáns Urteil erheblich beeinflussen könnte. Einzig Star-Anwältin Virginia kann jetzt noch helfen, in letzter Minute eine neue Verteidigung auf die Beine zu stellen. Dafür muss sie allerdings die volle Wahrheit kennen! Unaufhaltsam wie ein Uhrwerk spitzt sich die scheinbar ausweglose Situation zu, und je mehr Adrián sich in die Ecke gedrängt fühlt, desto düsterer werden seine Geständnisse.

Kritik: Spanien hat sich in den vergangenen Jahren mit Beiträgen wie u.a. „Julia’s Eyes“, „The Body“ oder „Toro“, zu einer verlässlichen Bank im Genre Thriller entwickelt – sehr zu meinem Gusto. Und ich schreibe es vorweg: Oriol Paulo ist der spanische Alfred Hitchcock. Nicht nur zieht er seine größten Einflüsse aus der Regie-Legende, er schafft es, eigene spannende und in sich perfekt geschlossene Thriller zu inszenieren, die ihres gleichen suchen. „The Invisible Guest“ (Contratiempo) bildet keine Ausnahme, hier hat es Regisseur Paulo sogar zur Perfektion getrieben, wenn ich das im Kontext Film mal so ungestraft schreiben darf.

So simpel die Prämisse ist, so komplex gestaltet sich das Konstrukt dahinter, das der Plot Weiterlesen

FFF White Nights 2017: Safe Neighborhood

safe-neighborhoodAustralien, USA 2016

Regie: Chris Peckover 

Darsteller: Levi Miller, Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Aleks Mikic, Dacre Montgomery, Patrick Warburton, Virginia Madsen u.a.

Story (aus dem Programmheft): Eigentlich ist Luke längst zu alt für einen Babysitter. Aber die Aussicht, einen gemeinsamen Abend mit seiner heißen Flamme Ashley verbringen zu dürfen, ist eine ganz andere Sache. Blöd nur, dass die Angebetete a) einen Freund hat, mit dem sie ständig telefoniert, b) es die letzte Gelegenheit für den Zwölfjährigen sein wird, sie klar zu machen, bevor ihre Familie am nächsten Tag wegzieht und c) plötzlich maskierte Typen auf der Veranda rumschleichen und anfangen, den Abend zu ruinieren. Dabei hatten Luke und sein Best Buddy, der nerdige Garrett, alles perfekt geplant! Als die Verbrecher ins Haus eindringen, wird es jedoch sofort tödlich ernst. Luke bekommt jede Gelegenheit, seine für sein Alter zweifelsfrei beeindruckende Männlichkeit und Reife unter Beweis zu stellen. Vor allem haben die Angreifer aber nicht mit dem Löwinnen- bzw. Killerinstinkt von Ashley gerechnet. Es beginnt eine lange, blutige und verhängnisvolle Weihnachtsnacht, in der nichts und niemand ist, wie es anfangs schien…

Kritik: Ein bekanntes Setting, eine generische Home-Invasion/Slasher-Story und ein Twist, der so stark gegen den Wind riecht, dass man ihn nach fünf Minuten präzise voraussagen kann. Und dann? Tja, dann entwickelt sich “Safe Neighborhood” einfach mal Weiterlesen

He Never Died

heneverdiedUSA, Kanada 2014

Regie: Jason Krawczyk

Darsteller: Henry Rollins, Booboo Stewart, Kate Greenhouse, Jordan Todosey, Steven Ogg…

Kritik: Wer ist Jack? Der scheinbar manisch-depressive und völlig empathielose Eisberg (hier passend verkörpert von Henry Rollins) fristet sein Leben zuhause zwischen Bett und Kühlschrank. Ab und an bekommt er Besuch von ein paar finstere Gestalten, die das Treffen bald darauf bereuen. Denn Jack kann viel einstecken, aber noch mehr austeilen. Und er weiß, dass die meisten Menschen Geld lieben. Aber da verbirgt sich mehr hinter dem grauhaarigen Kerl, der seine Siffbude nur verlässt, um von einem Krankenhausmitarbeiter Päckchen zu kaufen und in seinem Stamm-Diner Tee zu trinken und mit der Kellnerin zu plaudern. Jacks antisoziales, ja fast Weiterlesen

Kino-Kritik: Sabotage

USA 2014

Regisseur: David Ayer

Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sam Worthington, Olivia Williams, Terrence Howard…

Story: Der Drogenfahnder John “Breacher” Wharton (Arnold Schwarzenegger) und seine DEA-Truppe gehören zu den besten Sondereinheiten des Landes und sind auf das Hochnehmen ganzer Drogenkartelle spezialisiert. Bei ihrer letzten Mission wollen sie sich 10 Millionen Dollar von einem Drogenbaron abzwacken, doch am Beute-Versteck angekommen ist das Geld plötzlich weg. Das Team gerät in den engeren Kreis der Verdächtigen und auch die Drogenbarone selbst haben noch eine Rechnung offen: Nach und nach werden Breachers Team-Mitglieder ermordet. Sie ziehen in den Kampf. Gegen doe Drogenbosse und gegen sich selbst, denn unter ihnen ist ein Verräter, der das gestohlene Geld an sich genommen hat…

Kritik: Das neue Arnie-Vehikel stottert, verfährt sich auf ganzer Strecke und würgt letztlich ab. Nach den sehr guten “The Expandables 2″ und “The Last Stand” folgte der sehr magere “Escape Plan” und jetzt das. Doch es liegt nich an dem Österreicher, der spielt wie immer unterdurchschnittlich und passt eigentlich in die Rolle. Es ist das, was uns Regisseur David Ayer als Crime-Thriller-Story verkaufen will und die er in einem unfassbar schwachen Drehbuch verwurstet hat. Nicht nur, dass der Plot hakt und alle Figuren nerven. Weiterlesen

Fantasy Filmfest 2013 Quickies (Teil 3): Odd Thomas, Wrong, Pawn Shop Chronicles, Tulpa, uwantme2killhim?, New World

ODD THOMAS

USA 2013

Regie: Stephen Sommers

Darsteller: Anton Yelchin, Ashley Sommers, Willem Dafoe…

Manu meint: Hat mich leider nicht so mitgerissen, obwohl er überdurchschnittlich produziert ist und die Schauspieler die liebevoll geschriebenen Figuren sehr gut rüberbringen. Viel Fantasy und Übersinnliches, mir aber letztlich zu harmlos und besonders gegen Ende etwas zu kitschig. Auch das “who-dunnit?”-Ratespiel hat mich nicht abgeholt. “Odd Thomas” bietet Unterhaltung mit Weiterlesen

FFF-Film-Kritik: Black Out

Niederlande 2012

Regie: Arne Toonen

Darsteller: Raymond Thiry, Kim van Kooten, Bas Keijzer, Renee Fokker, Edmond Classen…

Story: Jos Vreewijk (Raymond Thiry) hat mit der Vergangenheit abgeschlossen, sein ehemaliges Verbrecherdasein an den Nagel gehängt, um ein normales Leben zu führen. Schon Morgen sollen für ihn die Hochzeitsglocken leuten und alles scheint letztendlich doch noch gut zu werden. Er ist glücklich, einziges Problem: 24 Stunden vor der Hochzeit zusammen mit einer Leiche , einer Waffe und einem Blackout aufzuwachen, ist mehr als hinderlich. Als ob es nicht schlimmer kommen könnte, wirft ihm die Polizei nun auch noch vor Zwanzig Kilogramm Kokain gestohlen zu haben. Jos muss reine machen und dafür hat er 24 Stunden Zeit, schließlich will er um keinen Preis der Welt, dass seine eigene Hochzeit abgeblasen wird. Nicht nachdem er alles dafür getan hat ein rechtschaffender Mann zu werden.

Kritik: Was für ein Auftakt zum Fantasy Film Fest in Köln dieses Jahr. Ich habe von Black Out im Vorfeld nur die Beschreibung im Programmheft gelesen und dachte mir „klingt interessant, kannste mal versuchen.“ Da ich mit dieser Einstellung auch schon öfter mal wertvolle Lebenszeit verschenkt hatte, lagen meine Erwartungen bei null. Laut Programmheft ist ja jeder Film gut. Aber hier passt es wenigstens mal, wenn es im Vorfeld heißt: „Guy Ritchie, Tarantino und die Coen-Brüder lassen grüßen“. Weiterlesen